Zur mobilen Version wechseln »
Jagd-VideosCommunityMediadatenNewsletterFormulare & Vordruckejagderlebenlandlive.deANVISIERTPRAXISSERVICEMARKTJAGD-WETTERAPPSPirschunsere JagdNiedersächsischer JägerDer Jagdgebrauchshund
Erweiterte Suche »
UploadChatForenFotosFotoalbenVideosBlogsTermineMitgliederGruppenPartnersuche

Eifeler Erlebnisse

Meine ersten Jagderlebnisse (3 Einträge)

307 mal angesehen
13.04.2009, 22.53 Uhr

Oktoberabend

Oktoberabend

Anfang Oktober, ein sonniges Wochenende in der Vulkaneifel und die letzte Chance für dieses Jahr doch noch meinen heiß ersehnten ersten Bock zu erlegen.
Es ist schon fast zu spät als wir unsere Sachen ins Auto packen und uns auf den Weg ins Revier machen, doch wir sind alle guter Dinge, hatten doch andere Waidgenossen eine Woche zuvor noch guten Anblick in diesem Revierteil gehabt.
Langsam gehe ich nun also den steilen Feldweg zu „meiner“ Kanzel, dem Schwarzen Pott, hoch. Warum meine Kanzel? Schon lange vor meinem Jagdschein habe ich hier wunderschöne Abende mit atemberaubendem Anblick verbracht und letztendlich haben diese wohl auch dafür gesorgt, dass ich nun, neben Patronen, Taschenlampe und warmer Decke auch den grünen Schein in der Tasche habe.
Die Sonne ist schon fast hinter den Baumkronen des hoch gewachsenen Fichtenwaldes verschwunden als ich am Hochsitz ankomme und, voller Vorfreude auf einen schönen Abend, fast vergesse, vor dem besteigen der Leiter die Fläche um die Kanzel mit dem Fernglas abzuleuchten. Zu meinem Glück tat ich es, denn sofort fällt mir ein Jungfuchs auf, der gerade mal 50 Meter rechts von mir auf einer frisch gemähten Wiese nach Beute sucht. Auch er will also noch die letzten Sonnenstrahlen dieses Jahr genießen denke ich mir.
Da auch ich an diesem Abend Beute machen möchte versuche ich, so leise es eben geht, die Leiter hoch und in die Kanzel zu kommen, und den Fuchs hat es zu meinem erstaunen, wohl auch wegen des gut stehenden Windes, nicht gestört. Also Rucksack leise abstellen, Stuhl zurecht rücken und Opas alten, aber zuverlässigen Drilling aus dem Fenster. Leise lud ich eine 7x57R ins Patronenlager und zum ersten mal wurde mir der Vorteil eines Drillings bewusst, denn auch dies ging, im Gegensatz zu mancher Repetierbüchse, völlig lautlos von statten.
Ein Blick durchs Zielfernrohr zeigt mir, dass der Rotrock immer noch auf der selben Stelle steht. Also leise die Sicherung umlegen, einstechen und, nachdem ich mir völlig Sicher war, die Kugel fliegen lassen. Doch zu meinem Erstaunen lief er zunächst ohne Anzeichen eines Treffers davon, sodass ich, so schnell es eben ging, eine weitere Patrone ins Lager lud. Wie erhofft, hielt der junge Fuchs dann auch, sichtlich verwirrt wegen des lauten Knalles, noch mal kurz inne und im nächsten Moment ließ ich die Kugel fliegen. Diesmal lag er im Knall und ich konnte stolz auf meinen zweiten Fuchs dieses Jahres blicken.
Nun erstmal Ruhe einkehren lassen. Bedächtig richtete ich mich für den Abend ein und stellte den, bereits mit einer weiteren Kugel geladenen Drilling, in die Kanzelecke. Danach schrieb ich meinem verdutzten Bruder eine sms, um ihn über den frühen Jagderfolg zu informieren. Er selbst hatte zwar die Schüsse gehört, war aber noch nicht mal an seiner Kanzel angekommen.
Immer wieder schaute ich zu meiner gerade erlegten Beute herüber und fragte mich, was mir der Abend wohl noch bringen würde.
So verging die Zeit und bis auf eine Ricke mit zwei Kitzen auf weite Entfernung hatte ich keinen Anblick.
Erst als es schon zu dämmern begann, nahm ich, etwa 150 Meter entfernt, am Waldrand die Umrisse eines hundeartigen Gesichtes wahr und ein Blick durchs Fernglas verriet mir, dass ein weiterer Fuchs die Wiese nach Beute absuchen wollte. Durch einige Misserfolge auf den kleinen Räuber gebrandmarkt, stellte ich bereits jetzt meinen Stuhl in die richtige Position und legte den Drilling aus dem Fenster, sodass ich später keinen Lärm mehr verursache.
In der Zwischenzeit zog der Fuchs weiter auf die Fläche, war jedoch immer noch gute 150 Meter von mir entfernt. Naja, dachte ich, das wird schon noch. Und so wartete ich eine geschlagene Stunde lang, mit dem Drilling aus dem Fenster, immer wieder durchs Zielfernrohr das Blatt des Fuchses suchend. Als ich die Hoffnung gerade aufgeben wollte, zog mein Ziel schnurstracks auf mich zu in Richtung des vor wenigen Stunden erlegten Artgenossen und die Anspannung in mir stieg schlagartig an. Auf 70 Meter heran gekommen bin ich mir sicher einen guten Schuss anbringen zu können, jedoch scheint der ebenfalls dieses Jahr geworfene Fuchs, von irgendetwas beunruhigt zu sein und flüchtet in Sekundenbruchteilen zurück in den Wald.
Da ich mir sicher war, nicht der Grund für sein Verschwinden gewesen zu sein, ließ ich die Waffe in ihrer Position und wartete eine weitere halbe Stunde. Und tatsächlich erscheint er, als es schon fast Zeit zum abbaumen ist, wieder am Waldrand, etwa 70 Meter vor mir. Da ich mich für einen Schuss in diese Richtung nicht sicher genug fühle, warte ich geduldig und diesmal tut er mir den Gefallen und zieht weiter auf die Wiese raus, diesmal jedoch äußerst misstrauisch und aufmerksam, sodass ich noch sorgfältiger versuche, jedes Geräusch zu vermeiden, als ich langsam in Anschlag gehe und mit dem Zielstachel den Fuchs suche.
Nun ist er fast auf gleicher Höhe mit seinem Artgenossen und ich entschließe mich dazu, den Finger zu krümmen. Diesmal liegt der Fuchs im Knall. Ich freue mich fast noch mehr, als über den ersten Fuchs dieses Abends, denn einerseits war es für mich eine große Herausforderung und Geduldsprobe, andererseits habe ich auch das Vertrauen in meine Waffe umgehend wieder erlangt, was mich fast noch glücklicher stimmt.
Mein Bruder quittierte meine zweite sms nur mit einem knappen „Wahei“, aber er konnte es mir auch bereits 10 Minuten später mit einem kräftigen Händedruck überbringen, denn meinem Opa fehlt mittlerweile das Sitzfleisch für lange Nachtansitze, sodass wir doch relativ früh wieder den Heimweg antraten.
In unsrem gemütlichen Jagdhaus wurden meine Füchse dann noch mit Opa, Bruder und den beiden Jagdaufsehern bis tief in die Nacht „totgetrunken“, wodurch leider der Ansitz am nächsten Morgen ausfiel und sie die einzige Strecke an diesem herrlichen Jagdwochende blieben.
Dass es mir doch versagt blieb, meinen ersten Bock zu erlegen, störte mich in diesen Tagen nicht mehr, denn auch so waren die Erlebnisse unvergesslich und ich werde sicherlich noch viele Erfolgreiche Abende in diesem Revier verbringen.
Anzeige

Schlagwörter

bock, erster, keiler, mein, mein erster bock

Bitte gib die Schlagwörter mit Komma getrennt ein.

Kommentare

14.04.2009 21:11 Lakai
Schön geschrieben, gefällt mir.
Ein Doppelpack auf einem Ansitz ist mir bisher noch nicht gelungen.

Gruß Jan
15.04.2009 01:42 Isegrim
Waidmannsheil zum Doppelpack

SUERPER - Geschichte - vom Erleben her und natürlich auch so wie Du sie erzählt hast.
Ich könnte mir vorstellen, das Dir dieser Abend noch lange in Erinnerung bleiben wird.

5 Punkte von mir

Gruß und Waidmannsheil v. Ise

Tipp für iPhone-Benutzer: Du kannst alle Kommentare durchblättern, indem du zwei Finger zum Scrollen verwendest.
Anzeige
Zum Seitenanfang