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Redaktioneller Jagdblog

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01.04.2009, 11.24 Uhr

Jägerprüfungsordnung Baden-Württemberg - Teil 2

Fortsetzung


§ 11 Prüfungsabschnitt "Mündlich-praktischer Teil"

(1) Im Prüfungsabschnitt "Mündlich-praktischer Teil" wird ein Teil der Prüfungsfächer im Gelände geprüft.
(2) Es wird in zwei Prüfungsgruppen vom Fachprüfer und dem Zweitprüfer geprüft; der Vorsitzende des Prüfungsausschusses ist abwechselnd bei den Prüfungsgruppen anwesend. Wenn es die Zahl der Prüfungsteilnehmer zulässt, kann die Prüfung vom gesamten Prüfungsausschuss abgenommen werden. Die Fragen in den einzelnen Prüfungsfächern sind vom jeweiligen Fachprüfer zu stellen, der Zweitprüfer oder der Vorsitzende können sich beteiligen. Die Prüfung soll je Prüfling und Prüfungsfach in der Regel 15 Minuten dauern. Es dürfen bis zu drei Prüflinge zusammen geprüft werden.
(3) Die Fachnote für die Leistungen dieses Prüfungsabschnitts ist für jedes Prüfungsfach einzeln zu ermitteln. Aus den Einzelwertungen der beiden Prüfer ist bis zu einem Unterschied von 1,00 eine Durchschnittsnote zu bilden, darüber hinaus entscheidet der Prüfungsausschuss, falls sich die beiden Prüfer nicht einigen. Es sind hierbei nur zwei Dezimalstellen zu berücksichtigen.
(4) Ablauf und Inhalt des Prüfungsabschnitts "Mündlich-praktischer Teil" sind von einem Mitglied oder stellvertretenden Mitglied des Prüfungsausschusses oder vom Schriftführer zu dokumentieren und zu den Prüfungsakten zu nehmen.


§ 12 Bewertung

(1) Die Prüfungsleistungen sind wie folgt zu bewerten:
1 = eine fehlerfreie und vollständige Leistung,
2 = eine gute, erheblich über dem Durchschnitt liegende Leistung,
3 = eine befriedigende Leistung, die in jeder Hinsicht durchschnittlichen Anforderungen entspricht,
4 = eine ausreichende Leistung, die trotz einzelner Mängel durchschnittlichen Anforderungen
noch entspricht,
5 = eine Leistung mit erheblichen Mängeln,
6 = eine völlig unbrauchbare Leistung.
Zwischennoten bis auf zwei Dezimalstellen sind zulässig.
(2) Die Endnote ergibt sich aus dem Durchschnitt der in den Prüfungsabschnitten "Schriftlicher Teil" und "Mündlich-praktischer Teil" erzielten Fachnoten; der Durchschnitt ist auf zwei Dezimalstellen zu errechnen und stellt die Endnote für das Prüfungsfach dar.
(3) Der Prüfungsausschuss stellt die Endnoten in den einzelnen Prüfungsfächern im Beisein des Schriftführers fest. Werden die Prüfungsabschnitte bei unterschiedlichen Prüfungsaus-schüssen abgelegt, stellt der Prüfungsausschuss, bei dem der letzte Prüfungsabschnitt absol-viert wurde, die Endnote fest.


§ 13 Prüfungsergebnis, Prüfungszeugnis

(1) Die Prüfung hat nicht bestanden,
1. wer nicht in jedem Prüfungsfach mindestens die Endnote 4,00 erreicht hat,
2. wenn die Leistung des Prüflings in einem Prüfungsfach der schriftlichen oder der mündlich-praktischen Prüfung mit der Note 6,00 oder in mehr als einem Prüfungsfach mit der Note 5,00 bewertet wurde.
Prüflinge, die bereits im schriftlichen Teil der Prüfung in einem Prüfungsfach mit der Endnote 6,00 oder in mehr als einem Prüfungsfach mit der Endnote 5,00 bewertet wurden und somit die Prüfung nicht bestanden haben, sind vom anschließenden Prüfungsabschnitt, dem mündlich-praktischen Teil, ausgeschlossen.
(2) Kann unmittelbar nach der Prüfung festgestellt werden, wer der Prüfungsstelle für die Ertei-lung des Prüfungszeugnisses zur Erlangung des ersten Jagdscheins vorgeschlagen wird und wer dafür nicht in Betracht kommt, teilt der Vorsitzende des Prüfungsausschusses dies den Prüflingen mit.
(3) Die Prüfungsstelle stellt endgültig fest, wer die Prüfung bestanden hat.
(4) Prüflinge, die die Prüfung bestanden haben, erhalten ein Zeugnis, das von dem Vorsitzenden des Prüfungsausschusses und der Prüfungsstelle zu unterzeichnen ist.
(5) Prüflinge, die die Prüfung nicht bestanden haben, erhalten von der Prüfungsstelle hierüber einen schriftlichen Bescheid.


§ 14 Niederschrift

(1) In die Niederschrift über den Hergang der Prüfung sind insbesondere aufzunehmen:
1. die Namen der Mitglieder des Prüfungsausschusses, des Schriftführers und deren Stellvertreter, soweit diese bei der Prüfung mitgewirkt haben, und die Namen der Prüflinge;
2. die Ergebnisse des Prüfungsabschnitts "Jagdliches Schießen";
3. die in den Prüfungsabschnitten "Schriftlicher Teil" und "Mündlich-praktischer Teil" erzielten Fachnoten, die Endnote im einzelnen Prüfungsfach und das Prüfungsergebnis;
4. Entscheidungen des Prüfungsausschusses und dessen Vorsitzenden.
(2) Die Niederschrift ist von allen Mitgliedern des Prüfungsausschusses, die an der Prüfung teilgenommen haben, und vom Schriftführer zu unterzeichnen.

§ 15 Rechtsfolgen bei Täuschungsversuch und Verstößen gegen Sicherheitsvorschriften

(1) Prüflingen, die das Ergebnis der Prüfung durch Täuschung oder Benutzung nicht zugelassener Hilfsmittel zu beeinflussen versuchen, hat der Prüfungsausschuss für das betreffende Prüfungsfach die Note 6,00 zu erteilen und diese Prüflinge von der weiteren Teilnahme an der Prüfung auszuschließen. Erfordert die Aufrechterhaltung der Ordnung oder die Sicherheit ein sofortiges Eingreifen, so kann der Vorsitzende des Prüfungsausschusses den Ausschluss mündlich verfügen. Im Falle des Ausschlusses gilt die Prüfung als nicht bestanden.
(2) Erweist sich nachträglich, dass ein Fall des Absatzes 1 vorlag oder dass Prüflinge die Zulassung zur Prüfung durch falsche Angaben erreicht haben, so kann die Prüfungsstelle, im ersteren Fall nach Anhörung des Prüfungsausschusses, die Prüfung für nicht bestanden erklären und das Prüfungszeugnis einziehen.



ZWEITER TEIL



Jägerprüfung für Falkner (eingeschränkte Jägerprüfung) und gleichgestellte Prüfungen



§ 16 Jägerprüfung für Falkner (eingeschränkte Jägerprüfung)

(1) Die §§ 1 bis 15 gelten vorbehaltlich der nachfolgenden Absätze für die Durchführung der Jägerprüfung, die Bewerber um den Falknerjagdschein nach § 15 Abs. 7 Satz 1 des Bundes-jagdgesetzes ablegen (eingeschränkte Jägerprüfung).
(2) Die Bewerber haben bei der Anmeldung nach § 4 zusätzlich eine Erklärung beizufügen, dass sie an der eingeschränkten Jägerprüfung teilnehmen wollen.
(3) Die eingeschränkte Jägerprüfung umfasst in den Prüfungsabschnitten "Schriftlicher Teil" und "Mündlich-praktischer Teil" die Prüfungsfächer des § 3 Abs. 2 Nr. 1, 3 und 4. Der Prüfungsabschnitt "Jagdliches Schießen" entfällt.
(4) Prüflinge, die die Prüfung bestanden haben, erhalten ein Zeugnis, das von dem Vorsitzenden des Prüfungsausschusses und der Prüfungsstelle zu unterzeichnen ist.


§ 17 Gleichgestellte Prüfungen

Als Jägerprüfung gelten auch:
1. die bestandene Diplomvorprüfung im Rahmen des Studiums der Forstwissenschaft an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg in Verbindung mit der bestandenen Prüfung im jagdli-chen Schießen einschließlich der Waffenhandhabung und der bestandenen, in der Diplomprüfungsordnung vom 28. Januar 1987 der Universität vorgeschriebenen Zusatzprüfung,
2. der erfolgreiche Abschluss des forstwissenschaftlichen Bachelor- oder Master-Studiengangs der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg in Verbindung mit der erfolgreichen Absolvierung der Jagdausbildung an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, einschließlich bestandener Prüfungen in jagdlichem Schießen, Waffenhandhabung und Jagdkunde sowie dem Nachweis von Praxistagen,
3. die vor dem Inkrafttreten der Diplomprüfungsordnung vom 28. Januar 1987 für Studierende der Forstwissenschaft an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg bestandene Vorprüfung im Rahmen des Studiums der Forstwissenschaft an der Universität Freiburg,
4. die bestandene Prüfung im Fach Jagd und Fischerei an der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg und an deren Vorgängereinrichtungen,
5. die bestandene Diplom- oder Bachelorvorprüfung im Studiengang Forstwirtschaft einschließ-lich der erfolgreich erbrachten Prüfungsleistungen in den Lehrfächern Zoologie, Wildökolo-gie, Wildbiologie, Jagdwirtschaft und Jagdbetriebslehre in Verbindung mit dem Waffensach-kundenachweis und den erfüllten Mindestanforderungen im jagdlichen Schießen (entspre-chend der jeweils gültigen Jägerprüfungsordnung) an der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg,
6. die vor dem 1. März 1983 bestandene Laufbahnprüfung für den mittleren Forstdienst.


DRITTER TEIL
Schlussbestimmungen



§ 18 Fehlen einer Beleihung

(1) Fehlt eine Beleihung nach § 14 Abs. 3 des Landesjagdgesetzes, ist Prüfungsstelle im Sinne dieser Verordnung und nach Maßgabe der Absätze 2 bis 4 das Kreisjagdamt.
(2) Mehrere Kreisjagdämter können einen oder mehrere gemeinsame Prüfungsausschüsse bilden. Wenn im Bereich eines Kreisjagdamtes eine zu geringe oder zu hohe Zahl von Bewerbern die Prüfung ablegen will, kann die obere Jagdbehörde die Bewerber einem anderen Kreisjagdamt zuweisen. Die Zuweisung erfolgt unter dem Vorbehalt des Nachweises der jagdlichen Ausbildung. Das abgebende Kreisjagdamt entscheidet über die Zulassung.
(3) Die obere Jagdbehörde bestimmt ein oder mehrere Kreisjagdämter, die mit der Durchfüh-rung der Jägerprüfung betraut werden.
(4) Die oberste Jagdbehörde setzt die Termine des schriftlichen Teils der Prüfung landeseinheitlich fest. Sie gibt die Prüfungsfragen, die Musterlösungen sowie einen Bewertungsschlüssel vor. Sie kann diese Aufgaben auch an ein Regierungspräsidium übertragen.
(5) Feststellungen des Kreisjagdamtes nach § 8 Abs. 3 und § 13 Abs. 3 erfolgen durch den Vor-sitzenden des Kreisjagdamtes. Ebenso die Unterschriften nach § 13 Abs. 4 und § 16 Abs. 4.


§ 19 Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft. Gleichzeitig tritt die Jägerprüfungsordnung vom 8. Dezember 2004 (GBl. 2005 S. 78) außer Kraft.

Textquellen: Landesjagdverband Baden-Württemberg
Bildquellen: Fotolia

Die JPOs der Länder Rheinland Pfalz und dem Saarland folgen hier in Kürze.
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