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Aikon´s Jagderlebnisse

Erlebnisse und Erfahrungen mit der Jagd. (25 Einträge)

Baujagd Baujagd
937 mal angesehen
04.03.2009, 11.41 Uhr

Spannende Baujagd

Es war ein Samstag im Februar 2009, das Jagdjahr ging zu ende und der für unsere Gegend kräftige Winter verlor seine kalten Tage. Regen und leichter Wind machten dieses Wochenende zu einem Sofa-Tag, man versuchte keinen Fuß vor die Tür zu setzen. Wir hatten uns an diesem regnerischen Samstagmorgen allerdings zur Fuchsjagd an der Jagdhütte verabredet. Gegen 8:00 Uhr klingelte mein Wecker, widerwillig kroch ich aus meinem Bett unter die warme Dusche, wo langsam die Lebensgeister in mir geweckt wurden. Nach einem kurzen, einfachen Frühstück holte ich meine Flinte aus dem Schrank und machte mich, in passender Kleidung, auf den Weg zum Treffpunkt.

Udo war extra von der Küste angereist um an der interessanten Jagd teilzunehmen, so manch einer unserer Jagdfreunde könnte sich daran ein Beispiel nehmen. Die Sauenjagd lockt alle, bei jedem Wetter aus dem Haus aber beim Fuchs??? Naja ein anderes Thema.

Als ich an der Hütte ankam war Thomas bereits damit beschäftigt, seine zwei Terrier in den Hundeanhänger zu lassen und suchte seine Ausrüstung zusammen. Große Baujäger waren wir alle nicht aber das ein Sparten mit ins Gepäck sollte, dass war uns klar. Werner trudelte auch danach ein und Uwe folgte ihm. Alle hatten ihre Hunde dabei, nur ich stand ohne einen da aber die Zeiten werden sich auch noch mal ändern.
Wir besprachen kurz die bekannten Fuchsbauten und versuchten uns zu organisieren, merkten aber schnell, dass es das einfachste sei, einfach mal zu starten. Somit ging es ins Revier Richtung Düsterneichen, dort auf dem Feld, an einem Eichenrehmel, standen aufgereihte Strohballen. Gegen Wind nahmen wir unsere Positionen ein, kurz danach machte sich der kleine Terrier auf den Weg. Schon nach wenigen Augenblicken merkten wir das Desinteresse von Staisi, also hier war kein Fuchs zuhause.
Wir teilten uns auf, Udo und Werner fuhren zum Rosloh und Uwe, Thomas und ich fuhren an Lummes ihren Teich zu dem Kunstfuchsbau. Auch hier wollte der Hund nicht rein, Thomas wollte ihn noch ein wenig in die Röhre drücken doch der Blick des Hundes, der soviel aussagte wie: „Ey hier ist nichts drin was soll ich da suchen?“ sagte alles. Etwas enttäuscht gingen wir zum Auto zurück. Ein Knall, nein zwei Schüsse hintereinander ließen unsere Gesichter lächeln. Die Anderen hatten also mehr Erfolg. Eigentlich wollten wir uns jetzt wieder treffen doch ein weiterer Rundballenhaufen auf dem Acker sollte noch kurz kontrolliert werden. Die Plane die für trockenes Stroh sorgen sollte sah viel versprechend aus, an einigen Stellen war die Folie aufgekratzt und unserer Erfahrung nach zu urteilen, machte das der Fuchs. Auf den Laut des Hundes mussten wir nicht lange warten, zweimal ging es unten an der Silofolie entlang dann kämpfte sich der Hund in die erste Ebene hoch. Plötzlich erkannte ich bei Thomas, der auf dem anderen Ende stand als ich, nervöse Bewegungen. Er stand da und sprang von einem Bein zum anderen, dann sog er sein Messer. Ich konnte mir darauf so gar kein Reim bilden, schließlich jagten wir hier Füchse und keine Sauen. Doch das Messer verschwand sehr schnell wieder in der Scheide und die Flinte ging in Anschlag, der erste Schuss viel. Links neben mir ging Uwe in Anschlag doch auf was er anlegte konnte ich nicht sehen, da viel auch schon der Schuss. Ich ging auf die Ecke und guckte neugierig was denn nun beschossen wurde. Ein Fuchs, na Weidmannsheil! Unser erster bzw. der zweite Fuchs, denn die Anderen kamen auch grade in dem Moment mit ihrer Beute angefahren. Stolz und zufrieden gingen wir zu den Fahrzeugen, nur der Terrier hatte noch keinen Frieden mit dem Fuchs geschlossen. Thomas nahm den Hund auf den Arm und trug ihn zum Auto, im Fang der Fuchs, so sparten wir uns die Einweghandschuhe.
Als nächstes wollten wir in Stalingrad die Naturbauten nachsehen, es war sichtlich Betrieb an den Einfahrten aber keiner war frisch befahren, dass merkte auch der kleine Giftzwerg sofort. Somit ging es wieder zurück allerdings nicht ohne immer wieder die Geschichte vom letzten Fuchs zu erzählen. Die beiden Füchse luden wir an der Jagdhütte aus und machten uns dann auf den Weg zum nächsten Naturbau doch vorher mussten wir eine kleine Pause einlegen. In der Feldscheune auf dem Kopperholm machten wir Rast, grade richtig, denn es fing wieder an zu regnen. Als sich der Regen legte ging es weiter, nur wenige 100m entfernt war unser nächstes Ziel.

In Kettenburg´s Fuhren gab es mehrer Fuchsbauten, auch der Dachs wohne hier des Öfteren, daher besuchten wir nur einen der kleineren Erdwohnungen auf. Viel versprechend sahen die beiden Einfahren nicht aus, ich überlegte schon umzudrehen aber der Hund sollte mal seine Nase sprechen lassen. Terrier Staisi guckte in die von Laub bedecket Röhre, sog den Kopf wieder raus und schaute sich um. Also nichts, ich brach meine Flinte und Thomas wollte sie wieder anleinen doch dann schliefte sie ein. „Bitte, was hat die denn jetzt?“: fragte ich Thomas, der neben mir stand. Da hörten wir schon das Bellen aus der Erde. Upps, da scheint doch was drin zu stecken, schnell war die Flinte geschlossen und der Puls sorgte für die nötige Wachsamkeit. Immer giftiger wurde sie da Untertage, das Bellen wurde aber immer leiser bis es deutlicher aus der rechten Röhre zu hören war. Minuten vergingen ohne das sich etwas tat, nur das Knurren und Bellen war zu hören. Bei Thomas kam etwas Angst auf, das es ein Dachs sei aber in der kleinen Röhre könnte kein Dachs hineinpassen. Außenrum gab es keinerlei Anzeichen auf einen Dachs oder sonstige Spuren. Der Sparten musste her, Thomas eilte zum Auto, Udo befreite die Einfahrt von den Dornen und legte sich Kopfüber in das Loch um mit der Taschenlampe etwas zu sehen bzw. zu hören. Mit einem Stock versuchte er die Richtung auszuloten. Als Thomas wieder da war begann das Buddeln. Was soll man sagen, Bausender sind sicherlich super aber auch wir Amateure kamen genau auf der Röhre hinter dem Hund raus. Eine Rauchwolke stieg uns entgegen, da hatte sich in dem Erdgang ganz schön Wärme aufgestaut. Das Bellen wurde weniger und das Knurren nahm zu. Da Staisi auf Rufe und Pfiff nicht reagierte zog Thomas sie vorsichtig aus der Röhre. Der Terrier wurde immer länger aber langsam kam der Kopf, dann der Fang und da sah man auch schon den Fuchs den sie gepackt hatte. Das ganze Packet kam ans Tageslicht doch da ließen sie voneinander ab. Der Hund war raus und der Fuchs verkroch sich in seine Röhre. Jetzt blieb keine andere Möglichkeit als den Fuchs in seiner Endröhre zu erlegen. Ich schoss ihn, als er versuchte die Umgebung zu erkundigen. Thomas packte den erlegten Fuchs und zog ihn raus. Der Bauhund beutelte sofort seine Beute und wurde kräftig gelobt. Wir freuten uns über den weiteren Erfolg. Der Sparten stand neben mir, ich griff mir diesen um die Röhre wieder zu verschließen, doch was war das? Zwischen meinen Beinen, unten im Bau vernahm ich eine Bewegung. Im Reflex rief ich nur noch „FUCHS!“. Werner stand neben mir und schaute in die Röhre da guckte der zweite Reinecke wieder aus der Röhre und fing sich die Kugel ein. Wie ein Blitz schoss der Terrier in das Loch und beutelte ihn so ausgiebig das auch er im Paket Terrier/Fuchs entnommen werden konnte. Was für ein Erfolg. Begeistert und stolz trugen wir unsere Beute zum Fahrzeug. Das schlechte Wetter, welches wir gar nicht mehr beachteten, hatte also doch sein Gutes.
Ein Rundballenlager hatten wir noch auf dem Zettel und dann wollten wir zum Mittag in die Jagdhütte fahren und den Jagdtag beenden. Im Dorf hatte ein Geschäft bereits seine Frühlingsausstellung eröffnet und eine Bratwurstbude hinzugezogen. Wir bestellen schon mal das Essen und fuhren „noch schnell“ zur letzen Jagd.
Das Strohlager lag wieder mitten auf einem Acker und gut zu erkennen waren wieder mal die zerrissenen Folien, also viel versprechend. Wieder der gleiche Ablauf, jeder nahm seine Position ein. Vier Jäger vier Ecken und der Hundeführer je nachdem wo er gebraucht wurde aber so das er in kein Schussfeld lief. Also Staisi unten rein, eine Ehrenrunde an der Außenkante, man kann durch das ausbeulen der Folie ja wunderbar die Laufrichtung erkennen. Dann kam sie wieder raus und wollte höher. Auf dem ende wurde die Plane geöffnet und der Hund in die erste Ebene gehoben. Es dauerte nicht lange und sie war am Wild. Die Rundballen waren hier auf ca. 30m Länge gelagert, unten zwei Ballen und oben einer. In der ersten Ebene, ziemlich mittig, konnten wir das bellen hören, sehr langsam bewegte es sich nach rechts in meine Richtung. Es dauerte und die Zeit verging, Thomas entschloss sich seinen zweiten jungen Terrier Queen zu holen. Auf meiner Seite setzte er sie in der Mitte an und wie ein blitz sprang sie von seinem Arm ins Stroh. Das Bellen in der Mitte war plötzlich erloschen, nichts konnte man mehr hören. Es dauerte nur wenige Minuten da kam Queen rückwärts aus dem Stroh und rutschte von dem Ballen zu Boden, im Fang die Lunte vom Fuchs der ebenfalls rückwärts mit zu Boden gezogen wurde und vorne Staisi die den Fuchs am Fang gepackt hatte. Wie an der Perlenschnur kamen da Queen – Fuchs – Staisi rausgerutscht. Auf dem Boden dann eine Wilde Keiferei, Werner und ich standen uns gegenüber und starrten erschrocken auf das tobende Knäuel. An einen Schuss war gar nicht zu denken. Doch Reineke konnte sich befreien und lief Richtung freien Acker dicht gefolgt von den Hunden, der Abstand vergrößerte sich. In einem kleinem Bogen lief er um Werner drum herum um zum anderen ende der Ballen zu gelangen. Als er die hälfte der Strecke zurückgelegt hatte waren die Hunde weit genug weg um einen Schuss anzubringen. Werner schoss doch er Schuss ließ nur den Acker hinter dem Fuchs spritzen. Auf den Schuss hin sprang der Fuchs in die Höhe bzw. flog ca. 1,60m hoch und verschwand wieder, durch ein kleines Loch in der Folie, in den Strohballen. Die Terrier standen unten und schauten hilflos nach oben. „Bitte was war das jetzt?“ stand in unseren Gesichtern geschrieben. Thomas, der neben Werner stand rannte zu seinen Hunden und setzte einen nach einander in das Loch, in dem der Fuchs verschwunden war. Wir konnten immer noch nicht begreifen wie der Fuchs in die Höhe springen konnte oder nennt man das Hebeschuss?
Es dauerte nicht lange da war wieder das Bellen der Hunde zu hören aber jetzt waren sie unten und an der Plane konnte man drei Bewegungen laufen sehen. Werner zeigte mit dem Finger auf die erste Welle die auf uns zukam gefolgt von zwei weiteren. Später meine Udo spaßig: „Warum hast du nicht durch die Folie geschossen oder meinst du etwa das der Fuchs den Hunden hinterher läuft?“
Gleich musste der Fuchs am Ende der Ballen sein, gleich springt er denn am Kopfende hatten wir die Plane entfernt. Noch drei Meter noch zwei. „Pass auf, jetzt!“ Da schoss der Fuchs unter der Folie raus und zog genau so schnelle rechts unter der Folie wieder rein. Man ey, ist der schnell??? Wir rauften uns die Haare, das kann doch nicht sein. Die Hunde folgten in die gleiche Richtung. Es dauerte einen Moment da hatten die Hunde den Fuchs an der Außenkante gestellt. Thomas lief zu der Stelle und schnitt die Folie oberhalb auf und sah die aussichtslose Lage vom Fuchs. Wieder hatten die Hunde ihn von vorne und hinten gestellt, mit einem Messerstich setzte er dem allem ein ende. Fuchs tot! Nummer fünf war erlegt, diesmal war es ein großer Rüden.
Was für eine spannende Jagd, so langsam verstehe ich die Baujäger. Zum Strecke legen ging es in die Jagdhütte, wir betrachteten die reichhaltige Strecke und beendeten diesen erfolgreichen Jagdtag mit einem Waidmannsheil.
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Aikon

Aikon

Alter: 40 Jahre,
aus Niedersachsen
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Kommentare

04.03.2009 12:26 platzi
Spannung pur....

Weidmannsheil

Diether
04.03.2009 12:34 Varminter
WH den erfolgreichen Baujägern!
04.03.2009 12:40 schaaal
weidmannsheil!!!

da schiesst einem beim lesen das adrenalin hoch!!

TOP story!

TOP strecke!!!

super!!!

gruß, stefan
04.03.2009 15:14 Remmi
super spannend geschrieben
Waidmannsheil an alle Beteiligten
05.03.2009 13:00 faehe81
Tolle Geschichte
Waidmannsheil zu den Füchsen!

Viele Grüße
faehe
05.03.2009 16:28 steyrmannlicher
SUPER WMH
05.03.2009 19:31 jo66
Sehr interessantes Jagderlebnis, Waidmannsheil.
05.03.2009 23:06 swinging_elvis
Was ein Erlebnis - voll aus dem Jägerleben. Waidmannsheil zu dieser reichen Beute! Grüße, elvis
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