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Meine Jagderlebnisse

(5 Einträge)

Albrüd Schnee Fuchssitz
324 mal angesehen
05.02.2009, 21.28 Uhr

Schnee, Wind & Füchse

Je höher wir kamen, desto größer wurde die Spannung, wie viel Schnee noch liegen würde.
Und dann auf einmal war er da, erst ein wenig und dann immer mehr.
Beste Voraussetzungen für ein schönes Wochenende.
Begrüßt durch schwäbische Spezialitäten fühlt man sich gleich wohl und der Abend wurde genutzt um einige Anekdoten zur erzählen und den Plan für die nächsten Tage zu spinnen.

Bitterkalt war es, als wir am nächsten Morgen zum Frühansitz aufbrachen und ein eisiger Wind pfiff über die verschneite Alb.

Eine herrliche Ruhe lag auf den verschneiten Hügeln, einzig gestört durch das gelegentliche Heulen des Windes in den Baumkronen, der die ein oder andere Schneeflocke vom Baum in die Kanzel wehte in der ich saß.
Die beginnende Dämmerung brachte den letzten Mohikaner auf die Läufe – den schwäbischen Albhasen – der mir für kurze Zeit Gesellschaft leistete und dann wieder in den Tiefen des Waldes verschwand.
Nach diesem ruhigen und kalten Morgenansitz tat das Frühstück richtig gut.

Am Mittag versuchten wir unser Glück zum letzten Mal in diesem Jagdjahr auf das Rehwild – und hatten tatsächlich Anblick.
Das plötzlich hinter der Kuppe auftauchende Bockkitz mit Gaiß wurde verschont – auf ein Wiedersehen im Mai.

Das üppige Abendessen mundete den hungrigen Jägern, es war zugleich Stärkung für den geplanten Ansitz und nach einem kleinen Zwischenfall ging es ins Revier – auf zur Fuchsjagd.

Der Wind hatte glücklicherweise etwas abgenommen und ich erklomm die eisigen Sprossen zur Kanzel mit Zuversicht auf Jagderfolg.
Doch zu früh gefreut, kaum eingerichtet spürte ich schon wieder den eisigen Albwind im Gesicht und mit einem kurzen Fauchen verabschiedete sich der erste Fuchs ins Dickicht.
Das fängt ja gut an, dachte ich.
Doch die zum Glück überwiegenden windstillen Phasen ließen die Hoffnung auf den Roten wieder etwas steigen.

Und tatsächlich – durch die weiße Pracht kam lautlos ein schwarzer Schatten an der Stelle an der zuvor der Erste verschwunden war.
Gespannt schaute ich auf die Stelle an der ich den Räuber zuletzt gesehen hatte – doch auch das Doppelglas zeigte mir den Gesuchten nicht und nach bangen Minuten glitt ich lautlos wieder in eine gemütlichere Position zurück – und war gleich wieder gespannt bis in die Fingerspitzen als ich in einiger Entfernung den schwarzen Punkt bemerkte, der sich nicht zu bewegen schien.
Gerade ins Glas genommen, rauschte Reineke mit riesigen Sätzen dem Wald zu und verhoffte, kurz bevor er vom Dunkel verschluckt wurde.
Das fauchen, das die verschneite Welt zu mir trug lies mich wieder aufmerksam werden – sie ranzen noch die Albfüchse.
Mit dem lichtstarken Doppelglas sah ich die Urheber des nächtlichen Radaus, dunkle Schatten turnten in einiger Entfernung durch den Schnee, fauchend und keckernd.

Mein Blick wandert über das verhüllte Land, vorbei am Waldrand und hoch zu den Sternen, die funkelnd am Himmel standen.
Ob es irgendwo da draußen auch Schnee gibt?

Doch die Gedanken verfliegen, als mein Blick an einem Steinhaufen hängen bleibt. Irgendwas sagte mir, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zuging...
Und dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen, der schwarze Schatten den ich zuvor für einen Ast gehalten hatte war verschwunden.
Meister Reineke war wieder einmal schlauer gewesen und hatte sich im fahlen Mondlicht dass die dünne Sichel zur Erde schickte davon gestohlen.
Wieder eine Chance verpasst....

Entspannt lehnte ich mich zurück, die Füße in eine Decke gewickelt und in den Rucksack gesteckt, genoss ich die klare Luft.
Minute um Minute verstrich, die Füchse schienen eine Pause eingelegt zu haben, kein Räuber lies sich blicken.
Gedankenverloren nahm ich eine Bewegung an eben jenem Steinhaufen wahr, an dem mich zuvor ein Roter gelinkt hatte.
Durchs Glas erkannte ich den schnürenden Fuchs, die Nase tief am Boden.
Langsam griff ich zur Kombinierten, das Absehen des sechsfachen Glases fixierte den Suchenden, der wohl Ausschau nach einem Partner hielt.
Doch die Richtung die er einschlug gefiel mir gar nicht.
Zwar in guter Entfernung, doch durch das abfallende Gelände war an einen verantwortbaren Schuss nicht zu denken.
Wie es der Zufall will, führte der große Bogen den Reineke zog wieder in meine Richtung.

Lautlos spannte ich das Schloss, auf einen günstigen Moment wartend um die kleine Kugel ins Ziel zu schicken.
Keine Sekunde zögernd glitt der Liebestolle über den hellen Schnee so schien es.
Und dann war er weg, verschwunden, wie vom Erdboden verschluckt.
Mit dem bloßen Auge versuchte ich eine Bewegung zu erhaschen, doch die Welt lag reglos, scheinbar unberührt zu meinen Füßen.
Ich folgte dem unsichtbaren Pfad, den Reineke hätte gehen müssen, wenn er seine Route beibehalten hätte – und nahm gerade noch wahr, wie der Verschwundene hinter einer Hecke wieder auftauchte, als sei er nie weg gewesen.
Fünfzig Schritte mochten es sein, die der Rote zwischen sich und dem tödlichen Donnerrohr hatte.
Und dann tat er den Fehler seines Lebens.

Langsam, immer wieder sichernd, näherte er sich Schritt für Schritt und kam spitz auf mich zu.
So oft bin ich an diesem Abend ausgetrickst worden, sollte doch noch der ersehnte Erfolg kommen?
Und da stand er vor mir, kaum vierzig Schritte entfernt.
Wenn er sich nur drehen würde, für einen kurzen Moment schien die Welt still zu stehen, dann stand er breit.
Im Knall des blanken Laufes war der Fuchs nicht mehr zu sehen.
Wo war er? Ich war doch gut abgekommen, dazu noch mit Schrot.
Zweifel kamen auf, sollte ich diesen sicher geglaubten Erfolg, diese Chance vergeben haben?

Zögernd kippte ich die Waffe ab, entnahm die leere Hülse und steckte eine Neue hinein.
Die Waffe abstellend, merkte ich erst wie klamm meine Finger geworden waren.
Vor meinen Augen sag ich den Fuchs noch einmal verhoffen... Nein, das konnte nicht sein, der musste liegen.
Doch auch durch das Glas konnte ich im Schnee nichts erkennen.

Das Zeitgefühl hatte ich völlig verloren und war überrascht, dass die Uhr erst kurz nach halb Zehn zeigte.
Eine ereignislose halbe Stunde später begann ich zusammen zu packen, schlupfte in die Stiefel, entlud die Waffe und schulterte den Rucksack, den ich am Fuße der Kanzel zurück ließ und ging bedächtig durch die Nacht in Richtung Anschuss.
Was für ein Abend dachte ich, soviel Anblick.

Und da lag er, wie schlafend auf einem weißen Tuch. Er war im Knall verendet und so ungünstig gefallen, dass man ihn von der Kanzel aus nicht erblicken konnte. Mir fiel ein Stein vom Herzen,
an den Hinterläufen hob ich ihn aus dem Schnee und strich ihm die Flocken aus dem Balg.
Das Waidmannsheil des Jagdfreundes freute mich an diesem Abend ganz besonders.
Eine Weile standen wir noch am Fuchs, doch die kriechende Kälte lies uns nach einiger Zeit aufbrechen, aus dem Revier und rein die warme Stube.


An dieser Stelle möchte ich nochmal einem großartigen Jäger und Künstler Waidmannsdank sagen für das schöne Wochenende und die tolle Gastfreundschaft, die meisten wissen wer gemeint ist.
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Lakai

Lakai

Alter: 26 Jahre,
aus gefuxt (B-W)
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Kommentare

05.02.2009 21:52 Renevolution81
Wow, was soll ich sagen?
Mir ist gerade nochmals, dass gesamte Erlebte vor Augen gehalten worden Es war eine klasse Zeit und ich freue mich schon auf die kommenden Erlebnisse, mit einem (Jung) Jäger der schon ein "Alter Hase" ist- wünsche Dir noch viele solcher Geschichten und allzeit Waidmannsheil!

Bis bald
René
05.02.2009 21:57 Drahthaar2406
Waidmannsheil zum Fuchs.

Ein sicherlich tolles Erlebniss.
Obwohl ich dem Fuchs nicht so verbunden bin.

Gruß und Wmh Drahthaar2406
05.02.2009 22:03 Kuhbett
Waidmannsheil! Richtig gut erzählt
Lg Tim
05.02.2009 22:06 Moatl
Jägerherz-erweichend!!! Klasse! Einmalige Geschichte. Als wär ich live dabei gewesen. Waidmannsheil! Auch ich wurde heute von liebestollen Füchsen ausgetrickst, aber das herrliche Schauspiel der Fuchsranz bei Mond und Schnee entschädigt einiges. Hätte mir der erste Fuchs heute einen besseren Gefallen getan, hätte ich dieses wunderschöne Schauspiel, dass man nicht alle Tage erlebt, wahrscheinlich versäumt. Und am Heimweg dachte ich mir, Jägerherz - was willst du mehr - auch ohne Waidmannsheil! Gruß, M.
06.02.2009 17:42 Treiber
:), Waidmannsheil Jan,
Echt klasse geschrieben, großes Lob von mir.

Gruß Rouven
07.02.2009 17:26 swinging_elvis
Huiuiuiui.... da wandelt noch jemand auf Cramer-Kletts Pfaden Eine feine Geschichte, sagenhaftes Erleben, eine traumhafte Winternacht mir reichlich Anblick... Klasse. Naja, bist schon nicht umsonst Club-Mitglied .
Waidmannsheil zu Deiner Beute, mit Schrot - dass gelingt selten und diese sind mir doch die Liebsten.... Gruß, der Club-Bruder elvis
08.02.2009 08:39 Lakai
Allen Waidmannsdank, man tut was man kann
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