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Redaktioneller Jagdblog

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05.02.2009, 15.04 Uhr

JFPO der Bundesländer: Bayern - Teil 1

Um in Deutschland auf die Jagd gehen zu können, bedarf es einer behördlichen Erlaubnis (Jagdschein). Gemäß § 15 Abs. 5 Satz 1 des Bundesjagdgesetzes (BJagdG) ist die erste Erteilung eines Jagdscheins davon abhängig, dass der Bewerber im Geltungsbereich des Bundesjagdgesetzes eine Jägerprüfung bestanden hat.


Prüfungsvoraussetzungen

Die Voraussetzungen für die Ablegung der Jägerprüfung richten sich in Bayern nach der Verordnung über die Jäger- und Falknerprüfung (Jäger- und Falknerprüfungsordnung - JFPO). Danach müssen Bewerber mindestens 15 Jahre alt sein und eine theoretische und praktische Ausbildung nachweislich absolviert haben.

Prüfungsablauf

Die Jägerprüfung besteht aus einem schriftlichen, einem mündlichen und einem praktischen Teil. Die Jägerprüfung in Bayern wurde 2007 organisatorisch grundlegend neu konzipiert. Der Rahmen wird durch die Prüfungsordnung vom 22.01.2007 festgelegt.

Erster Teil: Gemeinsame Bestimmungen

§ 1: Zuständigkeit, Organisation

(1) Die Abnahme der Jägerprüfung (§ 15 Abs. 5 des Bundesjagdgesetzes) sowie der Falknerprüfung (§ 15 Abs. 7 des Bundesjagdgesetzes) obliegt der Zentralen Prüfungsbehörde an dem Amt für Landwirtschaft und Forsten Landshut (Prüfungsbehörde).
(2) Zur Durchführung der Jäger- und Falknerprüfung wird jeweils ein Prüferkollegium, bestehend aus geeigneten, widerruflich bestellten ehrenamtlichen Prüfern bei der Prüfungsbehörde gebildet.
(3) Zur Durchführung des mündlichen und praktischen Teils der Prüfung sowie zur Durchführung der Falknerprüfung bildet die Prüfungsbehörde an den Prüfungsstandorten
(§ 9) temporäre Prüfungsausschüsse aus dem Prüferkollegium (Prüfungsausschuss) und bestimmt deren Vorsitzenden.
(4) Die Prüfungsbehörde bestimmt einen behördlichen Vertreter, der für die ordnungsgemäße Durchführung der Prüfung vor Ort verantwortlich ist (Prüfungsaufsicht), soweit nichts anderes bestimmt ist.
(5) Sitzungen des Prüfungsausschusses und des Prüferkollegiums sind nicht öffentlich. Vertreter oder Beauftragte der Prüfungsbehörde und der obersten Jagdbehörde können bei den Sitzungen anwesend sein.

§2 Entschädigung

(1) Die Mitglieder des Prüferkollegiums erhalten, soweit sie ihre Tätigkeit nicht im Rahmen eines Hauptamtes ausüben, auf Antrag 75€ Entschädigung für
1. jeden Prüfungstag,
2. jeden der Vorbereitung und dem Abschluss der Prüfung dienenden, von derPrüfungsbehörde anzusetzenden Arbeitstag,
3. die Teilnahme an von der Prüfungsbehörde anzusetzenden Fortbildungsveranstaltungen.

Für die Mitwirkung an Maßnahmen nach Satz 1 Nr. 2 und die Teilnahme an Veranstaltungen nach Satz 1 Nr. 3 dürfen jährlich nicht mehr als sechs volle Arbeitstage vergütet werden. Für die Durchsicht und Bewertung der schriftlichen Arbeiten wird eine Entschädigung von 4 € je Antwortblatt gewährt.
(2) Die Mitglieder des Prüferkollegiums haben Anspruch auf Fahrkosten -erstattung sowie auf Wegstrecken- und Mitnahmeentschädigung nach Art. 5 und 6 des Bayerischen Reisekostengesetzes.
Für die Fahrkostenerstattung werden sie den Beamten der Besoldungs -gruppen A 8 bis A 16 gleichgestellt.

§ 3 Gebühren

(1) Für die Jägerprüfung einschließlich der Anmeldung und der Erteilung des Prüfungszeugnisses oder der Mitteilung des Prüfungsergebnisses wird eine Prüfungsgebühr in Höhe von 280 € erhoben.
Für jede Wiederholung des mündlichen Prüfungsteils (§ 15 Sätze 1 und 2) wird eine Gebühr in Höhe von 150 € erhoben. Für jede Wiederholung des praktischen Prüfungsteils (§ 15 Sätze 1 und 2) wird eine Gebühr in Höhe von 70 € erhoben. Die Gebühr ist mit der Anmeldung fällig.

(2) Wird eine Jägerprüfung gemäß § 11 Abs. 2 Sätze 3 und 4 nach Bedarf durchgeführt, beträgt die Prüfungsgebühr 370 €. 2In den Fällen des § 11 Abs. 2 Satz 5 beträgt die Prüfungsgebühr, wenn sich zur Prüfung anmelden:
sechs bis zehn Bewerber 475 €,
elf bis fünfzehn Bewerber 450 €,
sechzehn bis neunzehn Bewerber 425 €,
zwanzig bis dreiundzwanzig Bewerber 400 €.

(3) Bewerbern, die zur Jägerprüfung nicht zugelassen werden oder die vor Beginn des schriftlichen Prüfungsteils von der Prüfung zurücktreten, deren Zulassung vor Beginn des schriftlichen Prüfungsteils zurückgenommen oder widerrufen wird oder welche den Nachweis über die jagdliche Ausbildung nach § 7 Abs. 1 und 2 nicht oder nicht rechtzeitig vorgelegt haben, werden vier Fünftel der Prüfungsgebühren erstattet.
Die Prüfungsgebühr verfällt, wenn Bewerber gemäß § 4 Abs. 3 von der Prüfung ausgeschlossen werden, nach Prüfungsbeginn von der Prüfung zurücktreten, ihre Zulassung nach Prüfungsbeginn zurückgenommen oder widerrufen wird oder sie die Prüfung oder Prüfungsteile nicht bestehen. Satz 2 gilt entsprechend, wenn Bewerber nach Ablegung des schriftlichen oder mündlichen Teils den Schießleistungsnachweis nach § 7 Abs. 3 nicht oder nicht rechtzeitig vorgelegt haben. Die volle Prüfungsgebühr wird
erstattet, wenn die Erteilung der zurückgenommenen oder widerrufenen Zulassung auf einer unrichtigen Sachbehandlung der Prüfungsbehörde beruht. Sätze 2 bis 4 gelten entsprechend für die Wiederholungsprüfung.

(4) Für die eingeschränkte Jägerprüfung und die Falknerprüfung sind im Hinblick auf die Prüfungsgebühr die Vorschriften des Abs. 1 Satz 1 und des Abs. 3 Sätze 1, 2 und 4 entsprechend anzuwenden, mit der Maßgabe, dass die Prüfungsgebühr für die eingeschränkte Jägerprüfung 190 € und für die Falknerprüfung 185 € beträgt. Die Gebühr für jede Wiederholung des mündlichen Prüfungsteils der eingeschränkten Jägerprüfung beträgt 110 €. 3Abs. 1 Satz 4 gilt entsprechend.

§ 4 Verhinderung, Unterschleif, Beeinflussungsversuch

(1) Können Bewerber aus nachgewiesenen Gründen, die sie nicht zu vertreten haben, Prüfungsteile nicht oder nicht vollständig ablegen, besteht die Möglichkeit der Nachholung bis spätestens in dem nach Abschluss des laufenden Prüfungstermins beginnenden übernächsten nach § 11 Abs. 2 Satz 1 landeseinheitlich festgesetzten Prüfungstermin. § 3 Abs. 3 Satz 1 und § 11 Abs. 1 Satz 2 sind nicht anzuwenden. Der Nachweis der Verhinderung ist unverzüglich bei der Prüfungsbehörde zu erbringen, im Fall der Krankheit durch ärztliches Zeugnis. Die Prüfungsbehörde stellt fest, ob eine vom
Bewerber nicht zu vertretende Verhinderung vorgelegen hat.
(2) Treten Bewerber ohne den nach Abs. 1 zu erbringenden Nachweis zu einem Prüfungsteil nicht an, gilt der Prüfungsteil als nicht bestanden.
(3) Bewerber, die das Ergebnis der Jäger- oder Falknerprüfung durch Unterschleif, Täuschung oder Benutzung nicht zugelassener Hilfsmittel zum eigenen oder fremden Vorteil zu beeinflussen versuchen, sind von der gesamten Prüfung auszuschließen.
Werden Tatsachen bekannt, dass eine nach dieser Prüfungsordnung erforderliche Ausbildung nicht oder nicht vollständig abgeschlossen wurde oder Bewerber bestätigte Leistungen in der Ausbildung nicht erbracht haben, so kann die Prüfungsbehörde die Prüfung auch nachträglich für nicht bestanden erklären; in diesen Fällen ist das Prüfungszeugnis einzuziehen.

§ 5 Nachteilsausgleich

Im nachgewiesenen Ausnahmefall einer Beeinträchtigung, insbesondere körperlicher Art, die zu erheblichen Nachteilen bei der Ablegung der Prüfung führen würde, kann die Prüfungsbehörde einen angemessenen Nachteilsausgleich gewähren. Als Nachteilsausgleich kommt insbesondere die Zulassung von Hilfsmitteln sowie eine Zeitverlängerung in Betracht. Ein Verzicht auf qualitative Prüfungsanforderungen sowie deren Veränderung oder Erleichterung ist in keinem Fall zulässig. Der Antrag auf Nachteils -ausgleich ist einschließlich der entsprechenden Nachweise mit der Anmeldung bei der Prüfungsbehörde zu stellen. Durch den Nachteilsausgleich entstehende Kosten tragen die Bewerber.

§ 6 Anmeldung, Zulassung

(1) Die Bewerber für die Jäger- und Falknerprüfung haben sich mindestens vier Wochen vor dem festgesetzten Termin bei der Prüfungsbehörde schriftlich anzumelden; hierfür sind die von der Prüfungsbehörde herausgegebenen einheitlichen Formulare zu verwenden.
Voraussetzung für die Zulassung sind:

1. der Nachweis über die Einzahlung der Prüfungsgebühr,
2. die Vollendung des 15. Lebensjahres,
3. bei Minderjährigen die schriftliche Einverständniserklärung des gesetzlichen
Vertreters, sowie
4. a) bei der Jägerprüfung
- der Nachweis über die Teilnahme an einer jagdlichen Ausbildung nach
§ 7 Abs. 1 und 2 oder – bei Prüfungsvorbereitungen außerhalb Bayerns –
über eine vergleichbare Ausbildung, wobei die Entscheidung über die
Vergleichbarkeit der Prüfungsbehörde obliegt,
- der Nachweis über das Erfüllen der Anforderungen in der Schießausbildung
nach § 7 Abs. 3,
- die schriftliche Erklärung über den Verzicht auf die Ausübung der Fallenjagd,
oder der Nachweis über die Teilnahme an einem Lehrgang für
die Fallenjagd (Art. 28 Abs. 1 Satz 4 Halbsätze 1 und 2 BayJG),
b) bei der eingeschränkten Jägerprüfung
- der Nachweis über die Teilnahme an einer jagdlichen Ausbildung nach
§ 7 Abs. 1 und 2 Satz 1, der sich auf die Vermittlung von Kenntnissen in
den Sachgebieten des § 10 Nrn. 2 bis 6 beschränkt oder – bei Prüfungsvorbereitungen außerhalb Bayerns – über eine vergleichbare Ausbildung, wobei die Entscheidung über die Vergleichbarkeit der Prüfungsbehörde obliegt,
- die Abgabe der Erklärung, an der eingeschränkten Jägerprüfung teilnehmen
zu wollen,
c) bei der Falknerprüfung
- das Zeugnis oder eine amtlich beglaubigte Ablichtung über die bestandene
Jägerprüfung oder die bestandene eingeschränkte Jägerprüfung,
- der Nachweis über die Teilnahme an einer falknereilichen Ausbildung
nach § 18 Abs. 1 oder - bei Prüfungsvorbereitungen außerhalb Bayerns –
an einer vergleichbaren Ausbildung, wobei die Entscheidung über die
Vergleichbarkeit der Prüfungsbehörde obliegt.
Bei der Anmeldung zur Jägerprüfung nennen die Bewerber bis zu zwei Prüfungsstandorte, an denen die Ablegung der Prüfung erfolgen soll.
(2) Die Prüfungsbehörde entscheidet über die Zulassung zur Prüfung und berücksichtigt bei der Zuweisung an einen Prüfungsstandort nach Möglichkeit die von den Bewerbern genannten Orte. Bewerber für die Jägerprüfung, welche die jagdliche Ausbildung noch nicht abgeschlossen haben, können unter der Bedingung zugelassen werden,
dass sie den Nachweis über die jagdliche Ausbildung nach § 7 Abs. 1 und 2 spätestens zu Beginn des schriftlichen Prüfungsteils und den Nachweis über die Anforderungen in der Schießausbildung nach § 7 Abs. 3 spätestens zu Beginn des praktischen Prüfungsteils vorzulegen haben. Bewerber für die Jägerprüfung, bei denen die Zulassungsvoraussetzungen nicht oder nicht vollständig vorliegen, sind zurückzuweisen.

Textquellen: forst.bayern.de, Stand 05.02.2009
Bildquellen: www.fotolia.de
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