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Schnelle Wutz und "geliehener"...

Na da versuche ich mich auch mal, (1 Eintrag)

257 mal angesehen
28.01.2009, 12.40 Uhr

Die schnelle Wutz und der "geliehene" Hund

Na da versuche ich mich auch mal, hoffe nicht zu lang.

Der Schnee war geschmolzen doch da die Wiesen noch etwas gefroren waren, wurden die Kirrungen sehr gut angenommen. Ich entschied mich für den Commodore. Eine recht hohe Kanzel direkt gelegen am Rande des Nationalparkes. Vor mit lag quer nach links der Wildacker.Die Kirrung direkt am Waldrand vor mir, rechts und links von mir Grünland und im Rücken auf dem Bergkopf hat man die Burg , die immer bis 24 Uhr angestrahlt wird und somit für genügend Widerschein sorgt. Eigentlich ist hier immer viel Betrieb mit Spaziergängern, da die Gegend ein Hauptspazierweg der Campingplatzgäste ist, die an der Rur ihre Zelte und Caravane stehen haben und somit reicht es eigentlich immer etwas später aufzubaumen.

Mich trieb es aber aufgrund der Kälte doch schon Anfang der Dämmerung auf die Kanzel, und kaum hatte ich mich eingerichtet trat auch schon Rehwild auf den Acker. Ein schon recht passabler Bock und eine Ricke mit Kitz. Kurze Zeit später zog etwas entfernt ein liebesdoller Fuchs bellend über das Grünland. Schön in die Ecke gekauert, den kleinen Gasofen angefeuert saß ich einige Zeit und war wohl etwas am schlummern, als mich klappernde Steine an der Kirrung aufschreckten. Es waren aber leider keine Sauen sondern ein starker Dachs, der sich seine tägliche Ration Mais holte.
Gegen 24 uhr bekam ich eine sms eines Mitjägers, dass er abbaumen würde, er aber das Handy am Bett hätte, falls ich Hilfe brauchen würde.
Jeder kennt die Situation, wenn man vom hellen Display in die Dunkelheit schaut. So auch bei mir, aber ich erkannte direkt dass da doch schwarze Klumpen auf dem Acker stehen. Ich nahm direkt den Drilling zum ansprechen und sah eine starke Sau mit 3 kleineren dabei. Also sofort von der Großen runter und versuchen eine Kleinere rein zu bekommen. Entgegen meiner Vermutung, sie würden zur Kirrung ziehen starteten sie nach links los und wollten wieder in den Bestand. Ich hatte wirklich nicht viel Zeit und noch weniger Platz, da ich beim mitziehen dem linken Fensterrahmen immer näher kam. Auf der Wutz drauf ließ ich fliegen, aber ohne irgendein Geräusch, das man gerne hört, wenn eine Sau die Todesflucht in den Bestand macht, war die Bühne leer. Die ganze Aktion hat keine 20 Sekunden gedauert und das erste gute Gefühl, drauf gewesen zu sein wich dann zunehmend den Zweifeln.

Mein Kumpel kam und wir untersuchten den Anschuß…nix zu finden. Also hoffen auf morgen früh.

Am Morgen telefoniert,. Dem Nationalpark die Wildfolge angekündigt, aber kein Schweißhund zu bekommen, meiner ist ja erst 5 Monate, also war der letzte Ausweg, eine Suche mit dem Hund meines besten Jagdfreundes. Ist schon ein komisches Gefühl, auch wenn ich den Hund täglich sehe, von Welpen an kenne und ihn mit ausgebildet habe, dass wir zwei auf einmal aufeinander angewiesen waren. Nachsuchen habe ich ja genug auf dem Buckel, aber normalerweise mit dem eigenen Hund.

Am Anschuß fand ich keinen Schweiß aber den Kugelriss und unser alter Jagdhüter meinte direkt, ich hätte unterschossen. Im Kugelriss fand ich eine abgeschnittene Borste, nicht aus der Unterwolle, die mir bestätigte doch getroffen zu haben.

Ruhig legte ich dem Hund den Riemen an, er zog an, nach gut 150metern faselte er auf der gefrorenen Wiese, wieder angesetzt, das selbe Spiel. Ich beschloß das Areal unter Wind abzusuchen, also Hund das Bringsel an und frei suchen lassen. Nach ca 10 min, in denen der Hund sich nicht mehr als 100 Meter von mir entfernte, nahm er den Kopf hoch zog schnurgerade den Hang runter und fand die Sau, nahm sie kurz in Besitz und kam mit dem Bringsel freudig auf mich zu.

300 Meter war das 20 Kilo Keilerchen noch gegangen. Ich hatte ihn etwas weich auf der Leber gepackt. Richtig erleichtert wurde die Wutz geborgen. Mit dem guten Gefühl, nicht zu früh aufgegeben zu haben, wurde nach dem Versorgen ein Bierchen drauf getrunken.
offline

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cooper

cooper

Alter: 54 Jahre,
aus nordeifel
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Kommentare

28.01.2009 14:07 orben76
Waidmannsheil zum Wutz und zur erfolgreichen Nachsuche!

Beste Grüße aus dem Ruhrgebiet,

Torben
28.01.2009 17:09 Kuhbett
Waidmannsheil!
Gruß Tim
28.01.2009 21:54 swinging_elvis
Ein schöner Bericht aus dem vollen Jägerleben... So ein Erlebnis mit einem "fremden" Hund hatte ich auch einmal... Blog folgt Dir ein Waidmannsheil zum groben Keiler... und zur spannenden Jagd. Nur ein Jäger weiß, was einem in solchen Situationen durch den Schädel geht.... elvis
29.01.2009 08:58 cooper
waidmannsdank
gruß cooper
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