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Füchse, Füchse, Füchse

Fuchsjagd (10 Einträge)

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400 mal angesehen
07.01.2009, 18.51 Uhr

"Erarbeitet"

Geschichten, in denen man vom „Sich-Erarbeiten“ einer Beute hört, werden heuer immer seltener. Meist geht es zum Ansitz, da kommt die Rotte, Frischling-peng-vorbei. Vielleicht auch einhergehend mit dem Wegfall der differenzierten Unterscheidung des Rehwildes in die Klassen legen viele Jäger nicht mehr so hohen Wert auf das Reifen-lassen einer Krone, auf die Auslese mit der Büchse bei dieser Wildart… aber das ist ein anderes Thema…
Davon, dass ich mir einmal – zumindest ein wenig – einen Fuchs erarbeitete, soll diese Geschichte erzählen.
Ihren Anfang nimmt sie bei einem Jungjäger, der auf einem Hochsitz am Waldrand im Mai aufbaumt. Noch nicht ganz oben angekommen bemerkt er links in der Wiese eine rote Bewegung. Aber nicht der erhoffte Bock ist es, sondern ein Geheck Jungfüchse. Offensichtlich hatten Sie mich nicht mitbekommen und begannen wenig später mit tollem Spiel und der näheren Untersuchung der Umgebung. Mittels Fotoapparat und Fernglas erfreute ich mich an den vier Rackern und dachte nicht daran, das Treiben mit einem Schuss aus dem Hornet-Einstecklauf zu beenden… viel zu oft beendet man herrlichen Anblick zu schnell mit Büchsenknall… vorbei das wunderbare Erleben…

Als Freund der winterlichen Jagd auf den Roten mit reifem Balg wollte ich allerdings im Winter wiederkommen. Vielleicht würde sich noch der ein oder andere Meister Reineke in dieser Gegend herumtreiben…

Als Ansitzplatz hatte ich mir den Schneisenkreutzer ausgesucht, eine Kanzel im nahegelegenen Wald, deren Name sich von selbst erklärt. Vielleicht würde ich hier vertrauten Anblick haben. Meinen ersten Versuch startete ich schon Ende November, als noch kein Schnee lag. Trocken war es allerdings und das Laub der Eichen würde sicher den heran schnürenden Freibeuter anmelden… und so geschah es auch, allerdings anders als erwartet: Wie der Teufel kam zu Beginn der Dämmerung aus der Eichendickung vor mir plötzlich ein Fuchs geschossen, direkt auf den Hochsitz zu. Ich war so verdutzt, dass an Reagieren überhaupt nicht zu denken war. Nach kurzem Verhoffen direkt unter mir ging es dann auch gleich weiter in rasendem Tempo. Was diesen gestochen hatte weiß ich bis heute nicht. Verdutzt baumte ich nach Schwinden des Büchsenlichts ab.

Die zweite Gelegenheit ergab sich erst Ende Dezember. Endlich lag auch Schnee und langsam pirschte ich in der Neue die Schneise hoch. Plötzlich registrierte ich vor mir frische Spuren eines Fuchses im Schnee. Na, der konnte ja soweit nicht weg sein… und tatsächlich, als ich- noch auf der Leiter stehend- über die Kanzelbrüstung schaue, gewahr ich einen Roten spitz von hinten und von mir weg schnürend… Alles ging wieder einmal zu schnell, als dass ich den Dreilauf hätte stopfen können geschweige den an Schießen zu denken war. Einmal noch kam der Fuchs kurz in Anblick, dann entfernte er sich wohl in Richtung Feldflur. Ob ich vielleicht…?
Nein, ich wollte ausharren. Das konnte ja nicht der einzige Rotfuchs im Revier sein. Und tatsächlich wurde es ein toller Abend und auch noch eine wunderbare Nacht, denn der Mond stand am klaren Himmel. Welch Zauber, wenn die Kristalle im blauen Licht funkeln, wenn langsam eine Ricke mit Kitz durch den Bestand zieht… aber was war das?
Ein Knistern hinter mir lies mich aufhorchen. Da wechselte etwas an, aber ich konnte anhand der Geräusche das Wild nicht bestimmen. Mit dem Doppelglas versuchte ich, in das Dunkel der Dickung einzudringen, aber zunächst ohne Erfolg. Doch dann bemerkte ich eine Bewegung neben mit… da schlich etwas langsam auf dem Fuchspass voran. Aber diese Bewegung, dieser Schatten… ich konnte es einfach nicht ansprechen… vorne tief, hinten hoch…biberförmig… verdutzt sah ich das Tier sich auf die Schneise vor mit hinausbewegen, ganz langsam, ganz sachte… und erkannte erst jetzt – und erneut zu spät - dass ich einen Waschbären vor mir hatte. Alles Visieren durch das Nickelglas auf Opas Drilling nutzte nichts, der kleine Bär tauchte in die Dickung und ward nicht mehr gesehen… ein klein wenig geärgert hat es mich dann doch, allein wegen des feinen Rauchwerks… aber was noch nicht ist…

Eher zur Nachlese als zur wahrhaften Ranz fand ich mich erst Anfang Februar wieder im Revier ein. Zu meinem Glück verwöhnte mich Mutter Natur immer noch mit einer feinen Decke aus schon etwas schmutzigem Weiß, für die stimmungsvolle Jagd auf Sau und Fuchs sollte es aber genügen. Dieses Mal entschied ich mich für einen Morgenansitz. Schritt für Schritt versuchte ich den Ziehweg hoch zu pirschen, Geräusche ließen sich aufgrund der harschigen Schneedecke allerdings nicht vermeiden. Naja, ich erhoffte mir ja auch, dass meine Beute aus dem Feld in den Tageseinstand schnürte…
Zunächst aber tat sich einmal lange Zeit nichts. Weder Reh noch Sau, geschweige denn ein roter Balg wollte sich blicken lassen. Die Morgendämmerung verflog und der Tag brach an. Nicht mehr lange und auch dieser Versuch fiel unter das Motto: „Hat der Jäger nichts geschossen, hat er wenigstens die frische Luft genossen“. Noch einmal drehte ich mich in Richtung der Schneise, die ins Feld führte, als ich doch tatsächlich einen Fuchs sah, der auf dieser auf mich zu schnürte. Direkt war die Spannung greifbar, die Faust griff den Dreilauf und sachte wanderte der Schaft ins Gesicht. Ob er für einen Schrotschuss nah genug kommen würde? Das wäre schön… ja, er kommt, schnürt näher, untersucht einen Brombeerbusch, noch ein wenig, steht nun halb spitz als ich beginne, den Finger um den hinteren harten Abzug zu krümmen… gleich liegt er, gleich bist Du mein…

Schwupps – mit einem langem Satz geht es rechts in die Dickung hinein…“Ja, so ein…“ fluchte ich leise in mich rein. Zum Abfeuern des Schrotlaufes bedarf es doch ein wenig an Kraft, und wenn man die so gaaanz langsam kommen lässt… Ich hätte mich… ich wollte… aber was soll’s, versuchte ich mich zu beruhigen, als ich meine Beute in spe plötzlich wieder sah… sie schnürte auf die vordere Schneise zu – das gibt es doch nicht!

Flugs ging ich wieder in Anschlag; auf vielleicht 35-40 Meter würde der Rote auf dem gut sichtbaren Wechsel die Schneise passieren. Hier wollte ich endlich den Hagel Nr. 3 loswerden. Jetzt kam er, schnürte zügig weiter, verhoffte nicht, mitfahren, überholen – RRUUUUMMS… hallte der Schussknall durch den Wald. Den Fuchs warf es in den Schnee… nur um gleich wieder den Kopf zu heben und sich in die Seite und die Keulen zu beißen… wie in Trance fuhr mein Daumen hinter den vorderen Abzug, das Absehen vier auf den Hals und die kleine .22-Hornet aus dem langen Einstecklauf… und unsägliches Waidmannsglück bettete den Freibeuter endgültig in den Schnee…

Immer noch angespannt im Anschlag liegend konnte ich es nicht recht fassen, mich nicht aus der Situation lösen. Sehr langsam richtete ich mich auf, sicherte den Püster und stellte ihn in die Ecke. War mir doch am Ende wundersamerweise einer aus der Sippe Reineke zur Beute geworden. Nach kurzem Besinnen baumte ich ab und schritt durch den Schnee zum Anschuss. Bedächtig nahm ich ihn auf, ein junger Rüd war’s, vielleicht ja einer der kecken Burschen, die der Geschichte im Mai seinen Anfang gab.
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swinging_elvis

swinging_elvis

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Kommentare

07.01.2009 18:59 Lakai
Waidmannsheil, wie immer schön erzählt, die Bilder von den Jungfüchsen kennt man ja ;)

Hatte gestern Abend auch Waidmannsheil, vielleicht kommt ja noch ne Geschichte, mal schauen.

[www.landlive.de]


Gruß Jan
07.01.2009 19:17 Meffi
Feine Geschichte, prima Bilder!

Gruß und wmh, Meffi!
07.01.2009 20:30 Renevolution81
Man merkt das Du vom Roten Fieber infiziert bisst! Leider schätzen in der heutigen Zeit immer weniger Jäger, die vielleicht schönste Jagdart in unseren Breiten! Waidmannsheil und tolle Geschicht- Ludwig wäre Stolz auf Dich
07.01.2009 21:03 platzi
Wieder sehr spannend erzählt.
Ja, man kann auch "kleines" Wild schätzen und deren Bejagung geniessen!
Weidmannsheil zum Fuchs

Diether
07.01.2009 22:31 steyrmannlicher
Super erzählt ich lauf auch einem hinterher und es ist super wenns nicht beim ersten mal klappt die geschichte fing auch am Mais an aber kein Jungfuchs sondern ein alter der sehr Kapital ist,michimmer austrickst und so ist die Jagd und deswegen liebe ich sie auch so
gruß und Kräftiges WAIDMANNSHEIL
steyrmannlicher
09.01.2009 07:40 Knallfroesch
Tolle Erzählung, bitte mehr davon
Gruß v. Knallfroesch
09.01.2009 18:32 swinging_elvis
Freue mich sehr, dass es Euch gefällt... bleibe am Ball... das nächste Jagderlebnis kommt bestimmt... elvis
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