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Aikon´s Jagderlebnisse

Erlebnisse und Erfahrungen mit der Jagd. (25 Einträge)

Rehkitz Schnitthaar Lungenschweiss
816 mal angesehen
15.12.2008, 19.49 Uhr

Nicht nur Sauen bereitem einem Freude!

Es gibt auch Tage an dehnen man es lieber vorzieht in Ruhe auf der Ansitzleiter zu sitzen. Am vergangenen Sonntag war bei mir so ein Tag, es war angenehm kalt, also nicht nasskalt, und die Sonne schien. In meinem kleinen Auftragsbuch für Wildbrett standen noch ein paar Namen, die gerne zu Weihnachten ein Braten hätten. Also zog ich mich schön warm an und bereitete mich, auf einen ruhigen aber kalten Ansitz vor. Es war kurz vor 15:00 Uhr als ich die kurze Fahrt ins Revier, mit dem Auto, zurücklegte. Mein Auto stellte ich am Straßenrand ab. Ich wollte die 600m zur Leiter zu Fuß über eine Wiese gehen, die Leiter stand dort an einem kleinen Feldgehölz, in dem sich gerne das Rehwild aufhielt. Bevor ich los ging legte ich das Fernglas auf dem Autodach auf und spekulierte über die Wiesen. In der Mitte der Wiesen war ein alter Stacheldrahtzaun gezogen unter dem das trockene Gras noch genug Deckung für ein Reh bot. Bei meinem letzten Angehen hatte ich aus Unachtsamkeit vier Rehe hoch gemacht, der darauf folgende Ansitz viel natürlich ohne Anblick aus. Nun lernt man ja aus seinen Fehlern und sie nicht wieder zu begehen. Ich konnte aber keinerlei Wild in dem langen Grasstreifen erblicken. Ich erkannte, auf der Höhe der Leiter, etwas stehen, vermutlich Rehwild. Ich könnte nur über die freie Wiese gehen und wählte meinen Weg so, dass ich erstens gegen den Wind ging und zusätzlich auf die Ecke des Gehölzes zuging, um nicht von dem Wild erkannt zu werden. Als ich in der Mitte der Wiese und somit ohne Deckung pirschte, konnte ich beim erneuten abglasen, vier Stücke Rehwild an einem Graben ausmachen. Teilweise lagen sie in dem restlichen Sonnenlicht oder ästen. Mir war klar das ich zu spät daran war, bei dem schönen Wetter hatte es nicht nur mich aus der Sasse gelockt. Ich wollte versuchen in geduckter Haltung und kleinen Schritten, zumindest zu dem Zaun zu kommen. Von dort hätte auch ich, hinter dem Gras, etwas Deckung gefunden. Ich pirschte also in geduckter Haltung Richtung Zaun, allerdings geht das ganz schön in den Rücken. Mein Ziel schien gar nicht näher zu kommen und 200m hatte ich bestimmt noch zu überwinden.
Von dem nahe gelegenen Radweg hörte ich öfters Stimmen, ich dachte mir schon das mein Treiben nicht unbemerkt bleiben würde und es dauerte nicht lange da piepste leise mein Handy. Ich ging aber nicht ran, es wäre nur ein Bekannter gewesen der sich auf meine Kosten amüsieren wollte. Hätte ich mich selber in dieser komischen Gangart über eine offene Wiese laufen sehen, wäre ich bestimmt rot angelaufen. Zum Glückt gibt es das Jagdfieber und da ich mein Ziel vor Augen hatte, war es mir total egal.
Ich blieb stehen und legte das Fernglas auf meinen Zielstock auf und guckte in Richtung Graben. Huch! Was ist denn da los, es waren doch einige mehr Stücke, ich zählte acht. Na super dachte ich, da ist bestimmt etwas Passendes dabei aber acht Rehe sehen mehr wie vier. So war es auch, nach den nächsten 50m guckte das erste Stück in meine Richtung. Ich blieb zwar ruhig stehen aber es waren immer noch über 100m bis zum Zaun und die Rehe waren bestimmt 200m weit weg. Am besten wäre wohl die tiefste Gangart gewesen aber 100m durch die nasse Wiese? Nein danke. Also ging in geduckt weiter aber die Rehe flüchteten. So ein misst. Es war in den letzten Wochen einfacher eine Sau zu strecken, als mal „eben „ ein Reh zu strecken. Ich ging normal weiter und erkannte das Reh, welches ich schon vom Auto aus sehen konnte. Es stand noch immer an der Leiter. Daraufhin bin ich wieder etwas auf die Wiese gegangen und wählte den Weg so, dass zwischen uns eine dicke Eiche stand. Ich dachte mir: Wenn ich es nicht sehe dann sieht es mich auch nicht. Ohne Probleme kam ich so bis auf 60m ran. Kurz vor der Eiche ging ich auf die Knie und hockte mich in die vertrockneten Brennnesseln. Auf allen Vieren verlagerte ich meine Position um 5m nach rechts. Zum einem brauchte ich ein sicheres Schussfeld und zum anderen wollte ich die ganze Waldkante einsehen. Ich sprach das allein stehende Stück eindeutig als Ricke an. Es wunderte mich das keine weiteren Rehe in der Nähe waren und überlegte, ob ich das Stück schießen sollte. Plötzlich und absolut unerwartet raschelt es unmittelbar vor mir und wie aus dem nicht steht ein Kitz mir gegenüber. Es waren grade mal 7m zwischen uns und es guckte mich bzw. die komische Gestallt an, die dort auf Knien, hinter einem Dreibein saß. „So das war es jetzt.“ dachte ich mir, du bist aufgeflogen. Ich hatte es grade gedacht da kamen sechs weitere Stücke aus dem Holz gezogen und stellten sich 30m vor mich hin. Sa super, die ganze Mühe umsonnst. Mein Glück war aber das der Wind zügig über den dahinter liegenden Acker zog und der Sprung Rehe mich absolut nicht wittern konnte. Man mag es nicht glauben und vielleicht auch als Jägerlatein abtun aber das Kitz kam noch dichter. Ganz unsicher kam es näher und windet, woraufhin es absprang und sofort wieder verhoffte. Dann kam es wieder und sprang erneut ab. Die andern guckten sich das Treiben aufmerksam an. In Zeitlupe nahm ich die Waffe hoch und legte die Krico auf das Dreibein. Das Kitz sprang immer wieder hin und her, gelegentlich schreckte es auch. Als ich endlich meine Waffe im passenden Anschlag hatte, kam es erneut auf mich zu. Es war zu dicht das ich es gar nicht erkennen konnte. Nun wurde es aber den Älteren zu bunt und sie zogen langsam davon, blieben aber wieder stehen. Das Kitz entfernte sich endlich von mir aber es stelle sich genau vor die anderen Rehe breit auf die Wiese. Als es ein wenig zur rechten Seite zog, sprangen die anderen Rehe ab. Ich nutzte die letzte Chance und setzte das Absehen kurz hinter das Blatt. Im gleichen Atemzug brach der Schuss! Ich konnte das Stück eindeutig zeichnen sehen aber es sprang ab. Ich verharrte einige Minuten in meiner Körperstellung und suchte meine Hülse im Gras die durch das sofortige repetieren rausflog. Nachdem ich meine Sachen zusammen gepackt hatte ging ich zum Anschuss. Ich hatte das weibliche Stück auf ca. 40m sauber hinter dem Blatt getroffen, zumindest erhoffte ich mir einen solchen Treffer, da am Anschuss jede menge Lungenschweiss lag. Die letzten Sprünge brachten das Reh noch in die Deckung, wo es gleich hinter dem ersten Baum lag. Ich brach das Stück kurzerhand in dem Wäldchen auf und machte mich auf den Weg zur Wildkammer. Ich freute mich über das erlebte und erzähle meinem Freund erstmal von meinem Waidmannsheil.
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Aikon

Aikon

Alter: 40 Jahre,
aus Niedersachsen
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Kommentare

15.12.2008 19:56 faehe81
Waidmannsheil zum Kitz!
Tolle Geschichte

Viele Grüße
faehe
15.12.2008 20:03 Durchgeher
Waidmannsheil
Tolle Geschichte kann mich da dem Füxl nur anschließen.
Wie immer Toll erzählt
Gruß vom Durchgeher
16.12.2008 00:44 Dirk71

Klasse erzählt.
Manchmal sind es nicht die großen Hrsche und Keiler, die einem im Gedächnis bleiben. Die Umstände sind es, die eine "kleine Jagd" zu einem großen Erlebnis machen.
Waimannsheil!
Guß Dirk
16.12.2008 08:28 platzi
Nette Geschichte!
Ich halte es auch so, jeder Jagdgang kann schön sein, mit oder ohen Beute und auch mit "kleiner" Beute!

Weidmannsheil zum Kitz

Diether
16.12.2008 11:20 Remmi
Hallo Aikon,
Waidmannsheil zu deinem Kitz!
Super Geschichte, mir tut auch schon mein Kreuz weh von der tiefen Gangart. Konnte ich wirklich gut nachempfinden!
Freu mich schon auf dein nächste Jagderlebniss, was du uns sicher wieder hier miterleben lässt.

Gruss Andi
18.12.2008 10:24 Hirschmann
Weidmannsheil Aikon!

Und ich dachte, Du schiesst nur noch Hochwild... *grins*

Gruss
Falk
23.12.2008 00:06 Isegrim
Waidmannsheil zum Kitz !!!

Sehr gut und anschaulich erzählt - Five points - weitermachen

Weihnachtliche Grüsse v. Ise
25.12.2008 11:41 swinging_elvis
Na Waidmannsheil... schönes Erleben... feine Beute. Gruß, elvis
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