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Aikon´s Jagderlebnisse

Erlebnisse und Erfahrungen mit der Jagd. (25 Einträge)

Mond
619 mal angesehen
08.12.2008, 15.03 Uhr

Der große, kleine Frischling

Seit Tagen sitze ich nun auf Rehwild an und obwohl ich ständig welche sehe, komme ich nicht an das Wild ran. Ob nun früh morgens oder am späten Nachmittag ich komme einfach nicht zu meinem Jagderfolg. Am Freitag war dann eine größere Treibjagd bei uns im Revier, die Nachbarn, ein paar Jagdfreunde und wir selber nahmen teil. Auf der Treibjagd habe ich dreimal, bis auf wenige Meter, Rehwild vor mir gehabt. Am nächsten Tag dann auf dem Ansitz mal wieder nichts. Somit hatte ich am Sonntag keine Lust mehr raus zu gehen, es waren eben nicht meine Tage. Ich dachte dann gegen Abend noch mal daran auf Sauen anzusitzen aber nachdem meine Freundin mit auf dem Sofa lag und der Ofen flackerte, verwarf ich den Gedanken. Doch es dauerte keine paar Minuten und mein Freund rief mich an. „ Willst du nicht doch noch mit ins Moor, die Sauen sind da sehr aktiv.“ Ich weiß nicht was oder wie aber ein sofortiges „JA“ kam aus meinem Mund. Meine Freundin grinste zu Glück nur und somit war das auch ein Zeichen von „Na los, fahr schon.“
Mein Freund war dann doch nicht der Schnellste und es zögerte sich hin bis wir loskamen. Um 19:50 Uhr ging es dann endlich ins Revier, wenige Minuten später trafen wir vor dem Moor ein. Ich meinte wir sollten am besten vor dem Waldweg parken und lieber die 200 m zu Fuß gehen. Wir parken das Auto am Wegrand und machten uns auf leisen Sohlen auf den Weg. Die Waffen hatten wir schon geladen, es hätte uns nämlich nicht gewundert wenn auf der Moorwiese in deren Mitte wir Mais gepflanzt hatten, schon Sauen standen.
Der Weg war rechts matschig und wir umkreisten in der herrlichen Mondnacht die Pfützen. Ein Knacken ließ mich ruckartig stehen bleiben und horchen aber es war nur mein Freund, der auf einen Ast getreten war. Wir pirschten vorsichtig weiter. An der Einfahrt zur Wiese, die von Wald umgeben ist, blieben wir stehen und leuchteten mit unsern Gläsern die Wiese ab. Der Mais war ziemlich runter und die Wiese glich einem Acker. Die Sauen hatten überall gebrochen, so sehr hatten sie bislang die Moorwiese noch nicht bearbeitet. Da wir nichts hörten gingen wir langsam am Waldrand zur Kanzel. Zwei mal blieben wir noch stehen aber es war nichts zu hören. Also waren die Schwarzen noch nicht im Mais! Also nichts wie auf den Hochsitz rauf, die Metalleiter ist zwar sehr wetterbeständig aber dafür muss man sehr darauf achten, sie nicht mit der Waffe zu berühren. Der metallische Klang hätte uns in der stillen Nacht schnell verraten. So leise wie möglich besetzten wir unsere Plätze und machten unsere Waffen erneut fertig. Nachdem wir es uns gemütlich gemacht hatten öffneten wir die Fenster. Hier an der Moorkanzel sind sie zum nach oben schieben gebaut, nicht ganz einfach sie zu öffnen aber es ging. Wir lehnten uns grade zurück da hörte ich im Mais ein rascheln oder leichtes Knacken und gleich noch mal. Wir guckten durch die Gläser aber konnten nichts erkennten, wir einigten uns auf Rehwild. Mich ließ ein weiteres leises Knacken durch das Fenster schauen, mein Freund guckte aus seinem rechten Fenster.
„Da kommt was aus dem Mais.“ sagte er leise, „ Das ist eine Sau!!“. Na dachte ich, was hat er den jetzt – nie im Leben ist das eine Sau. Ich nahm das Glas hoch und tatsächlich da stand eine Wildsau auf der Ecke vom Mais zur Wiese. Ich weiß nicht warum aber mein Puls war sofort auf Hochdruck gefahren. Dabei wollte ich ja gar nicht schießen, mein Freund war an der Reihe. Ich guckte durch das Fernglas und sah eine Zweite auf die Wiese treten. Da er aber so unglücklich saß und das Fenster an seiner Seite nicht das größte war, entschloss er nicht zu schießen und forderte mich auf es zu probieren. Ich nahm meine Waffe hoch, legte sie auf die Brüstung und versuchte irgendwie halt zu finden. Ich stützte mich auf der Armlehne ab und hatte so eine halbwegs gute Auflage. „Da kommen noch welche aus dem Mais.“ flüsterte mein Jagdbegleiter. Die erste zog in den Wald die anderen vier blieben stehen und brachen in der Wiese. Ich konnte mich gar nicht recht für eine Sau entscheiden, mein Begleiter machte seinen Job aber super gut. Durch sein Fernglas konnte er die Rotte besser ansprechen und sagte dann das ich die Zweite von rechts jetzt schießen könnte. Ich zog nach rechts, ich sah den Frischling und ging ins Ziel. Doch der kleine Schwarzkittel kam mir so groß vor als wenn die Sau größer war wie die anderen. Aber mein Freund sagte nein, die fünf sind alle gleich groß. Als zusammenreißen, Luft holen, den Leuchtpunkte etwas korrigieren und kraawwummm. Ein Feuerblitz zuckte durch die Nacht. Ich sah die anderen Sauen nach links bummeln, eilig hatten sie es nicht. Nur wo war meine Sau? „Die liegt, Waidmannsheil!“ sagte mein Freund, ich hatte sie gar nicht gesehen aber er meinte die wäre wie ein Stein umgefallen. Ich zitterte und atmete recht schnell so das von rechts ein Spruch kam. „Nun beruhig dich mal wieder.“ Das ist leichter gesagt wie getan. Wir blieben noch 30 Min. sitzen und hörten immer wieder die führungslose Rotte durch den Bestand ziehen, erst als es absolut ruhig war, baumten wir ab. Die fünf Stück Schwarzwild hatten wir beide auf ca. 30 bis 35 kg angesprochen aber die am Anschuss liegende Sau, die ich zuvor noch als größeres Stück angesprochen hatte, wog nur 18 kg. Ich hätte es nicht gedacht aber das Mondlicht kann tückisch sein.
Wir zogen den Frischling zum Auto und fuhren in die Wildkammer wo wir das Stück versorgten und uns wunderten, dass die fünf Frischlinge alleine unterwegs waren. Und wie sollte es anders sein? Im Anschluss ging es in die Küche mit den restlichen Jagdfreunden die sich noch zu uns gesellten.
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Aikon

Aikon

Alter: 40 Jahre,
aus Niedersachsen
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Kommentare

08.12.2008 15:28 Lakai
Waidmannsheil zur Sau.

Schöne Geschichte, passt auch gut zum Thema "Gewicht schätzen am lebenden Stück".

Gruß Jan
08.12.2008 15:30 maguhl
hallo aikon

ein weidmannsheil wünsch ich dir....
aber wieso sitzt ihr zu zweit auf einer kanzel!!!

gruss maguhl
08.12.2008 15:41 Aikon
maguhl schrieb:
... aber wieso sitzt ihr zu zweit auf einer kanzel!!!
gruss maguhl


Na glaubst du etwa das ich in der Nacht alleine ins Moor gehe ???
08.12.2008 16:28 Semmelkneter
Aikon schrieb:

Na glaubst du etwa das ich in der Nacht alleine ins Moor gehe ???



weidmanns heil! habe ich auch mal gemacht, mit einem anderen jäger auf eine kanzel! aber wir haben beide fast gleichzeitig geschossen und auch getroffen! kann man aber nur machen, wenn genügend wild (in unserem fall muffelwild) da ist und sich bereit streut!
08.12.2008 16:39 Anju
Waidmannsheil Aikon
08.12.2008 18:30 faehe81
Waidmannsheil!!!

Tolle Geschichte

Viele Grüße
faehe
08.12.2008 20:37 Trughirsch
waidmannsheil
schöne geschichte, ich saß übrigens auch schon öfters mit einem freund auf der kanzel.

lg
08.12.2008 21:16 WaldFeldundWiesenmann
Schönes Erlebnis

Du bringst die Augenblicke sehr schön rüber.

WaiHei

Sascha
08.12.2008 21:19 swinging_elvis
Na feine Sache. Da bekomme ich wieder Hunger
Waidmannsheil zur leckeren Sau. Dass man sich mich Schweinchen bei Dunkelheit erheblich vertut, kann ich bestätigen... Tückisch vor allem, wenn sie alle gleich große sind. Grüße, elvis
08.12.2008 22:57 Isegrim
Waidmannsheil zum Frilli

Unverhofft kommt oft

Isegrim
09.12.2008 17:19 Treiber
Waidmannsheil

Klasse geschrieben, nun hat er wieder eine Sau...
bei mir war gestern abend leider tote Hose, Jagdfreund konnte sau nummer 7 in dieser Woche erlegen. Da hat die liebe Diana ihre finger im spiel.

Naja vll. bekomm ich noch eine Adventsau

Gruß Rouven
11.12.2008 23:30 Keiler
Servus Aikon!

Bei Einzelstücken, speziell in der Nacht wenn auch oft genug das Entfernungen schätzen schwierig wird, gibts öfter mal solche Überraschungen. Zur anderen Seite hin kann´s auch mal brenzlig werden.
Wenn man denkt einen Überläufer beschossen zu haben und dann was richtig großes da liegt!

Auf jeden Fall ist Sauenjagd immer spannend! Waidmannsheil zum Frischling!

Grüße vom Keiler
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