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Ich und die Jagd. Meine Erlebn...

Alles was Ich bei der Jagd erlebe =) (4 Einträge)

676 mal angesehen
01.12.2008, 23.55 Uhr

Drückjagd

Monatelang freuten Chris und Ich uns schon auf das letzte November-Wochenende, denn in dem Revier von Chris' Vater was er mit vier weiteren Freunden gepachtet hat, stand die Drückjagd an.
Nun war ich zwar als Treiber eingeladen, aber dennoch war die Vorfreude riesig, denn Ich freute mich auf ein ereignisreiches Wochenende.
Das Revier liegt an der Mosel, umfasst von den Moselhängen und einem Bachtal was auf Sauen als sehr anziehend gilt.
Schon bei der Rapsernte konnten wir in einem Fußballplatz großem Feld 30 Sauen ausmachen, wovon letztenendlich 9 gestreckt wurden.
Der Wildschaden war enorm, und so war bei uns allen die Erwartungen an eine ordentliche Strecke groß.
Freitag Abend sollte es dann endlich losgehen, doch vorher ging ich noch auf den Schießstand, um das Drückjagdglas einzuschießen. Ich hatte zwar keinen Stand, aber Chris bekam einen zugesprochen und fragte an ob er sich meine Waffe leihen könnte.
Darauf fuhr Ich dann zu Chris, um gemeinsam ins 1 1/2 Stunden entfernte Revier zu fahren.
Kurz vor Abfahrt erhielt Axel, Chris Vater, einen Anruf von einem Jagdgast, der kurzfristig wegen einer Grippe absagen musste.
So bestand für mich eine kleine Chance doch noch einen Stand zu ergattern, aber nur wenn genug Treiber morgen anwesend wären.
Dennoch packten wir darauf eine Waffe mehr ein, einen alten Drilling von Axel, um im zweifelsfall auf alles vorbereitet zu sein.

Im Revier angekommen bezogen wir unsere Schlafplätze und gingen in die örtliche Kneipe, um noch andere Jäger anzutreffen, die frühzeitig angereist waren.
Wir waren eine lustige Runde es wurde was gegessen und was getrunken und natürlich ein Streckentipp abgegeben.
Chris jüngerer Bruder tippte optimistisch auf 28 Sauen während der Jagdaufseher mit 8 Sauen am pessimistischsten an die Sache ranging.
Mein Tipp lag bei 24 Sauen, wofür auch Ich beschmunzelt wurde, aber ich hatte die vergangenen Ansitze im Hinterkopf, wo 4 Rotten an einem Abend innerhalb von 3 Stunden durchgezogen waren. Sauen sind in diesem Revier halt kaum zu kontrollieren.
Lange hielt der Abend jedoch nicht mehr, denn morgen sollte ja schon um sieben der Wecker klingeln, da um acht das Treffen am Sportplatz anstand.

Nach einer kurzen Nacht und einem kleinen Frühstück machten wir uns schließlich zum nahegelegenen Sportplatz auf, wo uns schon alle erwarteten.
Axel sprach kurz mit einem Mitpächter, und Hauptorganisator, und gab mir dann darauf bescheid das Ich mitjagen durfte. Wow, damit hatte Ich eigentlich wirklich nicht gerechnet, aber dadurch wurde der Tag ja noch besser als erwartet.
Meine allererste Drückjagd in meinem jungen Jägerleben durfte Ich nun erleben.
Wahnsinn, wirklich unbeschreiblich wie Ich mich gefreut habe. Während Ich diese Geschichte schreibe, habe Ich ein Grinsen auf dem Gesicht, immernoch ungläubig was für ein Glück Ich hatte!
Nach einer ausgiebigen Ansprache, der Ich gierig lauschte, ging es also los. Mein Stand war ganz unten im Bachtal, mit einem Schussfeld von 360Grad. Ich stand unterhalb des Hanges, links und rechts Wiese. Der Hang, beschloss Ich am Anfang, sei fast überall tabu denn viele kleine Äste machten mir ein anständiges Schussfeld nahezu überall zu nichte.
Nach rund zehn Minuten, ich hatte mich inzwischen eingerichtet, sah ich im Stangenholz zwei Stück Rehwild abspringen.
Schonmal Anblick, der Tag fing ja gut an!
Das erste Treiben sollte von 9.00 bis 11.30 gehen, erst dann gegebenenfalls Bergen und Aufbrechen!
Nun nach den zwei Stück Rehwild kam jedoch lange Zeit nichts mehr. Um 10 Uhr nährten sich dann die Terrier kläffend immer näher kommend. Auf einmal flüchtete ein Fuchs den Hang hinunter, Waffe in Anschlag, doch auf einmal Springt der Fuchs in eine Hecke und ward seitdem nicht mehr gesehen.

Kurz darauf ein Stück Rehwild, welches am Hang verhoffte, sodass Ich auch auf dieses in Anschlag ging, jedoch sah Ich dann den Pinsel, welcher mir deutlich machte, dass dieses Stück wohl umsonst panisch in meine Richtung äugte. Ich lies also diesen mittelalten Bock passieren, der bereits abgeworfen hatte!
Kurz darauf kamen die Terrier den Hang entlang und verfolgten konzentriert die Fährte des Bockes vorher. Ein kleiner schwarzer jedoch kam sich bei mir kurz einen Klapser abholen, worauf er zufrieden weiter zog.
Nach der ganzen Hektik lehnte Ich mich erstmal zurück und lehnte meinen SteyrMannlicher Stutzen an den Baum. Nun passierte 20Minuten erstmal gar nichts, und auch nur vereinzelt waren Schüsse zu vernehmen.
So zündete Ich mir erstmal gemütlich eine Zigarette an, und lies die aufregenden Minuten nochmal Revue passieren.
Doch plötzlich lies mich ein knacken links von mir aufschrecken. Da war doch was?! Wieder knacken, Hundelaut weit entfernt aber kommt aber relativ zügig auf mich zu.
Zigarette weggeschmissen und Waffe so schnell, aber auch leise wie möglich aufgenommen. Ein Blick nach links zeigt mir einen Frischling den Hang entlang rasen. Nicht lange zögern, 2Meter nach rechts gesprungen, gleichzeitig entsichert und nun auf der Sau mitfahren.
Der Weg ist frei, keine Äste zu sehen und ich halte hinter den Teller.
PAAAFF
Der Schuss ist draußen, aber der Frischling quittiert den Schuss nicht, unbeirrt spurtet sie den Weg nach oben, 10Meter weiter aber ist alles Leben aus ihr raus. Sie purzelt den Hang hinunter und landet mit einem lauten Platschen im Bach, der vor mir fließt.
Total benommen stelle Ich die Waffe beiseite und starre regelrecht auf die Sau. Tatsächlich, sie liegt!
Tausend Steine fallen mir vom Herzen, ein irres Gefühl.

Schon tauchen die Terrier lauthals auf der Fläche auf. Nachdem alle gesehen haben das die Sau liegt, verschwinden sie wieder, bis auf den kleinen, der vorhin schon Streicheleinheiten von mir gefordert hatte.
Er beutelt die Sau erstmal kräftig und ist kaum von ihr abzubringen.
Das ist wohl sein Werk, dass sie bei mir vorbei kam...

Die restliche Zeit des Treibens stehe ich bedächtig neben meiner ersten Drückjagd-Sau. Immer wieder lasse Ich das Geschehene in meinem Kopf wiederholen. Der Schuss liegt direkt hinterm Blatt, wofür Ich später noch Lob von den Pächtern erhalte, was mich natürlich sehr Stolz macht.

Das Aufbrechen klappt recht gut, dafür dass es erst meine zweite größere Sau ist, die ich aufbrechen muss. Nach den ganzen Glückwünschen zu dem Abschuss geht es erstmal auf den Streckenplatz, wo bis dato 5 Sauen, 1Reh, 2 Füchse und 1 Hase liegen. Man hatte sich mehr erhofft, aber beim anstellen beobachtete Chris das sich eine Überläuferrotte schon frühzeitig aus dem Staub gemacht hatte. Schade für Ihn, da er leider sonst kein Anblick hatte.

Im zweiten Treiben stehen 4 Jäger, darunter Chris, und ich in einer Kette mit Abständen von 50Metern. Wir dürfen nach vorne und nach hinten schießen, die Seiten sind natürlich tabu. Leider haben wir in diesem Treiben "nur" flüchtiges Rehwild vor, sodass wir leer ausgehen.
Insgesamt werden im zweiten Treiben noch 4 weitere Sauen, 3 Stück Rehwild und zwei Füchse gestreckt.
Somit kamen wir zu einer Gesamtstrecke von 9 Sauen, 4 Stück Rehwild, 4 Füchse und 1 Hasen.

Ein toller Jagdtag, der am Streckenplatz den Höhepunkt erreicht. Ich kriege meinen ersten Erlegerbruch auf einer Drückjagd was mich sehr Stolz macht.
Der Unterricht jeden Mittwoch vom Bläserkorps hat sich gelohnt, ohne Probleme können wir die Strecke tot blasen und die Jagd offiziell für beendet erklären.
Beim Schüsseltreiben findet der Jagdtag einen würdigen Abschluss, und eins ist sicher, diesen Tag werde Ich wohl nie vergessen.
offline

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Trughirsch

Trughirsch

Alter: 27 Jahre,
aus Hellenthal
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Kommentare

02.12.2008 14:37 Semmelkneter
tolle geschichte und weidmanns heil zur dj-sau! prima erlebnis!
02.12.2008 15:44 Kuhbett
Waidmannsheil! Schönes Erlebnis.
Gruß Tim
02.12.2008 17:58 Hirschmann
Weidmannsheil! Aber was denn nun, "Frischling" oder "größere Sau"?
02.12.2008 19:32 Trughirsch
Waidmannsdank.
Größerer Frischling! :D

lg
02.12.2008 23:18 Dirk71
Waidmannsheil!
Klasse Geschichte, das vergisst man nicht so schnell.
03.12.2008 17:39 swinging_elvis
Ein Bilderbucherlebnis, was Dir sicherlich in Erinnerung bleibt. Klasse, auch Deine Schreibweise gefällt mir. Teile weiterhin Deine Erlebnisse mit uns. Gruß und Waidmannsheil, Elvis
03.12.2008 22:04 Trughirsch
swinging_elvis schrieb:

Ein Bilderbucherlebnis, was Dir sicherlich in Erinnerung bleibt. Klasse, auch Deine Schreibweise gefällt mir. Teile weiterhin Deine Erlebnisse mit uns. Gruß und Waidmannsheil, Elvis


Keine Sorge, mich werdet ihr nicht mehr los ;)
Sobald eine erzählenswerte Geschichte mir passiert ist, freu ich mich schon auf das Schreiben.
Macht einfach unheimlich Spaß, und wenn es anderen gefallen sollte, umso besser!
Freitag und Samstag auf Jagd, vielleicht hab Ich ja Glück.
LG und Waidmannsheil
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