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Aikon´s Jagderlebnisse

Erlebnisse und Erfahrungen mit der Jagd. (25 Einträge)

Titelbild Strecke
1037 mal angesehen
19.11.2008, 12.23 Uhr

Die 10. Sau in meinem Jägerleben

In diesem Jahr scheinen auch wir im Revier ein glückliches Händchen zu entwickeln und so werden die Sauen nicht mehr wie sonst, an der Kirrung geschossen, sondern auch im Feld.

Es war Samstag der 15.11.08, wir hatten den Tag zuvor einen netten Geburtstag, von einem Jagdfreund gefeiert. Ich für meinen Teil zog es vor, bis 10 Uhr zu schlafen. Allerdings wurde das Träumen im Halbschlaf von meinem Nachbar per Telefon unterbrochen. Freudig teile er mir mit, dass wir „höchstwahrscheinlich“ Sauen im Revier haben. Nach seinen Angaben, waren sie in der Nacht vom Nachbarrevier aus, wo noch Körnermais steht, über den Acker, zu uns in einem Senfschlag gewechselt. Im morgendlichen Tau konnte man wunderbar die Fährten sehen, ebenso die Schalenabdrücke auf der gegrupperten Ackerfläche. Ein weiterer Jagdfreund, der den Wechsel erkannte, wollte den Senf nicht umschlagen, zu groß wäre das Risiko gewesen die Sauen zu vergrämen. Also blieb die Hoffnung das sie bis zum Mittag unsere Gäste blieben.
Mein Auftrag sollte es sein, alle per SMS zu informieren. Was auch wunderbar funktionierte, denn pünktlich um 13 Uhr waren alle im Feld eingetroffen. Nach einer kurzen Besprechung teilten wir uns auf, zuerst die sechs Schützen die mit dem Wind standen und dann bin ich mit einem weiteren Freund losgegangen. Auch die drei Hundeführer gingen zur Spitze vom Senffeld und wollten gegen den Wind treiben. Es war eine nette Jagdgruppe, wir kannten uns alle sehr gut denn jeder ist in unserem Revier zuhause. Ein starkes Team, nun fehlten nur noch die Sauen.

Ich stellte mich in der imaginären Line den schon stehenden Schützen und guckte mich erst einmal um. Vor mir lag der besagte Senfschlag in den ich 10 Schritte hinein gegangen war. Bei mir stand der Senf mal etwas höher und an anderen Stellen etwas tiefer, wie das halt am Rand unter Bäumen so ist. Meine Jagdfreunde konnte ich alle gut sehen denn höher wie bis zum Bauch reichte der Senf nicht. Meine ersten Zweifel: Was bitte, sollte die Sauen in so einer niedrigen Deckung veranlassen, zu bleiben? Nun gut, alle konnten jeden sehen und auch die Hundeführer waren super zu erkennen, nicht so wie bei der Maisjagd. Hinter mir befand sich die Nachbarjagd die Grenze durchzog ein Feldweg der hinter mir lag. Die zu bejagende Fläche schätzte ich auf ca. 3,5 ha, durchzogen von einem Graben.

Die Jagd begann. Ich sah die Hundeführer ihre Hunde schnallen und ab ging die Post. Es dauerte nicht lang bis ich die ersten aufgeregten Handbewegungen deuten konnte. Sauen im Treiben! Ja jetzt wurde es so richtig Spannend. Die erste Sau ließ nicht lange auf sich warten, 30 Meter vor mir zog der Schwarzkittel an mir im Senf vorbei. An einen Schuss ins Treiben war natürlich nicht zu denken aber der Anblick alleine reichte. Herrlich. Sie zog direkt zu der linken Außenkante, ich hoffte das sie dort die Dickung verlassen würde, somit hätte mein Nachbar zu Schuss kommen müssen. Den gefallen tat sie uns aber nicht, sie war plötzlich verschwunden. Dafür knallte es auf der rechten Seite und der Schütze hob die Hand. Sau tot! Super, ein Grund zum feiern hatten wir schon mal. Es dauerte nur Minuten da lag die Zweite im Knall. „Junge, Junge dachte ich – hier geht aber die Post ab. Die wirkliche Spannung kann ich gar nicht in Worte fassen, wahrscheinlich hatte mich schon das Jagdfieber erfasst. Die Sauen wollten aber nicht raus, sie liefen ein paar Meter und blieben stehen oder legten sich einfach hin. Ein Freund auf der gegenüberliegenden Seite erzählte von einem Frischling, der in der Fahrgasse auf ihn zukam. Er machte sich bereit, sobald der Frischling aus dem Senf gelaufen kam wollte er ihn erlegen. Den Gefallen tat ihm die kleine Sau nicht, sie legte sich einfach hin und blieb liegen wie ein Hase in der Sasse. Erst als die Treiber kamen und ihr förmlich am Pürzel kitzelten, lief sie weiter aber natürlich nicht aufs freie Feld. Die Hundeführer versuchten alles Mögliche aber die Wildschweine wollten nicht auf die Felder laufen. Unser Hundeführerchef hatte dann wohl die richtige Idee, die Hunde wurden heran gepfiffen und es gehrte etwas Ruhe ein. Bums lief bei mir die erste Sau vorbei und sie lief und lief – „nein du wirst doch wohl nicht dachte ich“ doch sie tat es. Genau zwischen meinem rechten Nachbarn und mir trollte sie am Graben vorbei, wo keiner aus Sicherheitsgründen hätte hin schießen konnte. Kaum die Grenze erreicht machte sie einen langen Schuh, man ist die geflitzt. Wir guckten nur mit langem Gesicht hinterher.
Nun aber, das Treiben ging weiter, diesmal leise und ohne große Worte. Die ersten Sauen flitzen nach hinten, mit dem Wind und sie suchten das Weite auf der Wiese. Krawumm die erste lag. Gleich danach knallte es auf der anderen Seite. Einen besonders lauten Knall hörte ich von links, mein Nachbar hatte geschossen, ich freute mich über den Anblick den die Sau lag fast im Knall. Die Treiber zogen weiter von mir weg, gegen den doch etwas scharfen Wind hörte ich jemanden meinen Namen rufen. Instinktiv schaute ich in die Richtung und sah etwas links von mir die Senfstangen wackeln. Ist es eine Sau oder Hund, besonders schnell war sie nicht. Es war kein hecheln zu hören und die Stangen gingen doch etwas weiter auseinander als bei den Hunden. Ich entsicherte meine Waffe und schaute gespannt in die Richtung. Sie kam näher, noch 10m und ich könnte sie eventuell auf der kleinen Freifläche bestätigen. Der Überläufer kam über den niedrigen Senf getrollt, schießen ging nicht in die Richtung aber er zog weiter Richtung Feldweg. Ich zog auf dem Federn mit, mehr war nicht mehr zu erkennen. Einen Meter vor dem Feldweg, war neben den Bäumen ein Streifen gefräst, das war meine einzige Chance. Kurz vorher gibt sie gas, sie bricht aus dem Senf überquert den freien Streifen und springt… Krawumm und landet in den dem kleinen Graben. Ich repetiere gehe wieder in Anschlag und sehe wie sie hinten wieder hoch kommt. Ich denke an deinen Zweiten Schuss aber da bricht sie zusammen und bleibt mit einem Kopfschuss liegen. Auch ich hebe die Hand „Sau tot!“
So eine Spannung, immer wieder anders, unglaublich was einem alles durch die Adern fließt. Ich frage mich ob die Steinzeitmenschen auch jedes mal diesen Kick hatten? Wir beenden die Jagd und sammeln die gestreckten Sauen zum Strecke legen. Noch viel interessanter, wie das mal eben die Sauen in unser Revier wechseln, das alle von uns mal eben Zeit hatten, das die Sauen wirklich im Senf stecken, ist einfach die Tatsache, dass alle Anblick hatten. Außerdem ist es unglaublich, dass alle eine Saue strecken konnten. „13“ Sauen lagen auf der Strecke 13!! Wahnsinn für unser Niederwildrevier und absolut herrlich zugleich.
Nach der Jagd, dem Spaß und der Freunde kommt die Arbeit aber auch das regelten wir im Handumdrehen, alle Stücke wurden schnell versorgt und in die Kühlzellen gebracht.

Über den Abend brauche ich wohl nicht viel berichten, er ging lange und feucht zu ende. Der ein oder andere „ältere Jäger“ wunderte sich das man ihn noch zum Sauenjäger schlug und so endete ein sauber Jagdtag der erfolgreich abgeschlossen wurde.

Waidmannsheil
Aikon
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Aikon

Aikon

Alter: 40 Jahre,
aus Niedersachsen
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Kommentare

19.11.2008 15:51 platzi
Weidmannsheil
zum Adrenalinschub, bzw. zu Deiner Sau.

Schön erzählt!

Diether
19.11.2008 17:33 maguhl
weidmannsheil aikon....

gruss aus sachsen(-:
19.11.2008 17:53 Semmelkneter
weidmanns heil! tolles erlebnis und klasse erzählt!
19.11.2008 20:00 Mannlicher90
Gut erzählt und tolles Erlebnis!!!!
Waidmannsheil!!!

*****
20.11.2008 10:03 Remmi
Waidmannsheil!
du wirst ja noch zu einem richtigen Sauenjäger!!!
20.11.2008 11:47 Dorschkoenig
WMH
20.11.2008 13:57 Keiler
fleißig fleißig kann man da sagen!

und natürlich Waidmannsheil!
zur Sau
zum Bericht
und zum Jagderlebnis!

Grüße vom Keiler

20.11.2008 18:11 Hirschmann
Dickes, fettes Weidmannsheil Aikon! Ganz ehrlich!

Wenn ihr jetzt öfter Sauen schiesst, legt doch aber bitte eure Strecke nicht so aus Plaster, ja?
25.11.2008 19:17 FloP
geile geschichte wie man sich eine jagd vorstellt...top
auch waidmannsheil von mir an dich und die anderen

gruß flo
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