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Gestern Abend ....

Fuchsansitz mit Überraschung .... (1 Eintrag)

Da liegt er nun ... Keilerwaffen - 16,8 und 17 cm
925 mal angesehen
05.08.2008, 00.42 Uhr

Fuchsansitz mit Überraschung ....

Auf dem Weg ins Revier am Samstag einen kurzen Blick an der Kreisstraße nach links geworfen: Oh - die Bauern fangen gerade an, hier zu dreschen - ab Morgen wird es interessant.

Die ganze Ecke ist ca. 100 m breit, gerade im Sommer ein Dschungel aus dichtem Unterholz und Brombeeren und zieht sich von der Kreisstraße aus ca. 700 m bis zu einem kleinen Flüsschen runter.

Eingedenk der Dachsburg auf halber Höhe und der neuen Jagdzeiten im Lande merke ich mir für den nächsten Abend die Leiter in der Eiche über dem Dachsbau vor. Ausserdem ist ja noch Blattzeit und ich habe in dieser Ecke noch keinen Überblick über den Bock-Bestand in diesem Revierteil ...

Also Sonntag Abend den Drilling gepackt, ein paar andere Sachen und ab auf die Eichenleiter - der Jagdkollege braucht noch ein paar Füchse für die Hundeausbildung und was wäre da besser geeignet, als frisch gemähte Stoppeln, zumal direkt neben einem Malepartus. Ach ja - und noch den Blatter eingepackt - man kann ja nie wissen ....

Also - 19:30, rauf auf die Leiter, alles eingerichtet (auch die Kamera auf's Stativ) und dann erst mal 5 min Ruhe.

Warten .... - zwei schmachtenden Lockrufe mit dem Blatter. Was ist dass? Auf dem Wechsel unter mit trommelt es wie unter den Hufen eines Rennpferdes .... und ein roter Strich schießt unter dem Sitz durch - ein Bock, aber ohne die geringste Chance darauf, ihn anzusprechen ..... Irgendeine Begleitung scheint er auch gefunden zu haben - die folgende halbe Stunde ist hin und wieder ein roter Tupfer und ein kurzes Fiepen zwischen Büschen und Farn im Graben zu erhaschen. Nach einiger Zeit eine Bewegung am Waldrand entlang auf den Stoppeln - ah! - da kommt die Ricke. Waffe hoch, Anschlag, Glas hochdrehen - wenn der Hausherr passt, kommt er mit. Der Hausherr folgt brav, wie an der Schnur gezogen - und passt nicht. Junger 6er - 2 jährig - der sollte noch ein bisschen wachsen. Also Waffe wieder runter und stattdessen ein paar schöne Videoaufnahmen gemacht (siehe das Video zum Ansitz). Der Rest des Abend war dann ausgefüllt von einer Ricke hier und da, einem Kitz, dass seiner Mutter hinterherzog und - immer noch keinem Fuchs.

Der Abend neigte sich dem Ende zu. Während ich zuvor noch problemlos ins Unterholz nach links schauen konnte und hier zumindest noch die Chance gehabt hätte, Wild anzusprechen, ist mit Heraufziehen der Dunkelheit daran nicht mehr zu denken. Als ich gerade nochmal die noch hellen Stoppeln abglase, dringt ein vertraute Geräusch an mein Ohr: "Knack" ... leise, vorsichtig - aber zu laut für Rehwild. Sollte ich - wie letztens auch neben der Bundesstraße - wieder genau zur richtigen Zeit an dem Ort sitzen, wo die Sauen ziehen? Beim letzten Mal waren in den Brennesseln nur 3 Rückenlinien zu sehen - und viel zu hören. Als sie dann auf eine Fläche mit weniger Bewuchs zuzogen, auf die ich mich dann eingerichtet hatte, hat eine Wind bekommen und schon war die Bühne leer.

Dank der Dunkelheit sah es auch hier wieder so aus, als wenn die Sauen Glück haben. "Knack" - da war es wieder - nun aber schon ein wenig weiter unten am Graben. Intensives Ableuchten der grün-schwarzen Wand neben mir bringt nichts - keine Bewegung zu sehen - garnichts.

Nachdem sich auch in der nächsten viertel Stunde immer noch nichts auf den Stoppeln bewegt, was auf einen Fuchs oder Dachs schließen läßt, packe ich meine Sachen zusammen und steige leise die Leiter hinab. Am Fuss der Eiche angekommen nochmal wieder alles gerichtet - wer weiss, vielleicht ist ja doch noch ein Fuchs unterwegs - und einen Schritt raus auf die Stoppeln. Ein Blick nach links - was ist das? Ein riesiger, schwarzer Klotz auf 40 m direkt am Waldrand. Glas hoch - Schwein - Keiler - riesig! Nun wird es hektisch: Drilling auf große Kugel umgeschaltet, Leuchtabsehen an, Sicherung nach vorn, Waffe hoch - das Schwein steht leicht spitz auf mich zu. Komm, Kollege - mach den nächsten Schritt ... und er tut mir den Gefallen, dreht sich nach links und schickt sich an, über die Stoppeln zu trollen. Das Absehen wandert Hochblatt, der Finger krümmt sich um den Abzug - aber der Schuss will nicht raus. Drillinge aus guter alter DDR-Fertigung sind nicht unbedingt für eine gute Abzugscharakteristik in ungestochenem Zustand bekannt. Das Absehen beginnt zu tanzen - also Waffe schnell wieder runter, eingestochen, wieder hoch ... Der Keiler steht wieder spitz auf mich zu - das Klicken muss er gehört haben. Hoffentlich, hoffentlich, .... und tatsächlich tut er mir den Gefallen und tritt wieder seinen Weg über die Stoppeln an. Mir schießt noch durch den Kopf: Wenn Du abdrückst, geht der erste Weg zurück auf die Leiter ... Das Glas ist voller Schwein - die hellen Stoppeln bilden einen guten Kontrast - Pinsel? Ja! - Quaste? Ja! - und raus ist der Schuss, stehend freihändig, 40 m, Hochblatt abgekommen. Im letzten Moment sehe ich noch, wie der Keiler sich herumwirft und die Dickung wieder annimmt. Von dort noch ein kurzes Rascheln und dann ist Ruhe. Dann stehe ich auch schon auf den unteren Leitersprossen, Waffe gebrochen und eine neue Kugel in den Lauf - zur Vorsicht Schrot auch mal mit einem FLG getauscht ... nichts rührt sich mehr.

Das gute Ende: Kurz nach meinem Anruf kommt Jagdfreund Ulli mit Suzuki und Hund. Der Keiler liegt keine 20 m vom Anschuss mausetot 5 m hinter dem Waldrand, der Schuss sitzt genau da, wo ich hin wollte - das erste Stück Schwarzwild mit der Norma Oryx in 7x65R schafft vertrauen in das Kaliber. Unerwartet ein Lebenskeiler auf dem Fuchsansitz - 3 Jahre (hätte ihn älter erwartet), 103 kg, 16,8 / 17 cm Waffenlänge.
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Winston629

Winston629

Alter: 45 Jahre,
aus Dresden
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Kommentare

08.08.2008 10:10 Isegrim
Wo bleibt die Fortsetzung ?

Bin schon mal gespannt - hoffentlich wird das kein Dreiteiler

Gruss

Isegrim
10.08.2008 14:21 faehe81
Tolle Geschichte
Und nochmal ein kräftiges Waidmannsheil zu dem Keiler!

Viele Grüße
faehe
10.08.2008 18:52 Hubertus202
Kräftiges Waidmannsheil auch von mir!
Ganz tolle Geschicht!
Weiter so!

Gruße, Hubertus
11.08.2008 00:01 Meffi
Herzliches Waidmannsheil zum Keiler!

Prima erzählt!

Gruß Meffi!
13.08.2008 19:32 Knallfroesch
Hallo Winston!

Toll geschildert und das verlangt nun nach Verlängerung

Gruß v. Knallfrösch
14.08.2008 16:31 Ruedemann
WeiHei ... weiter so!
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