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KLM Blog

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176 mal angesehen
13.07.2008, 23.10 Uhr

Der Wasserbock

Der Wasserbock

Wer jetzt denkt es komme eine Geschichte von einer Safari in Afrika, der täuscht sich gewaltig. Es handelt sich um einen Jährlingsbock mit fingerlangen Spießen. Aber lest selbst.

Es ist schon einige Jahre her, ich hatte gerade meinen ersten Jagdschein in der Tasche. Zur bestandenen Prüfung hatte mir mein Onkel einen Bock freigegeben. Ich fieberte dem ersten Ansitz entgegen.
Es war Ende Mai als wir ins Moor pirschten um dort auf einem Damm auf einer kleinen offenen Leiter anzusitzen. Es war ein herrlicher Abend, nach ca. einer Stunde stand plötzlich ein Stück Rehwild auf 80 Meter vor unserer Leiter. Wir sprachen es als Ricke an, ich war schon so vom Jagdfieber gepackt, dass die kleine Leiter in arge Schwingungen gesetzt wurde. An diesem Abend kam sonst kein Rehwild in Anblick.
Nach mehreren vergeblichen Ansitzen entschlossen wir uns am Samstagmorgen auf den Föhrenhochsitz zu setzen. Um 4:30 Uhr holte mein Onkel mich ab. Es war ein Morgen wie im Bilderbuch, die Sonne ging auf, man hörte den Kuckuck Wir hatten es uns auf dem Hochsitz eingerichtet und leuchteten mit unseren Gläsern die Moorflächen ab. Hier gab es immer etwas zusehen, mal einen jagenden Baumfalken, mal die großen Starschwärme oder den Neuntöter. Plötzlich war nördlich von uns eine Bewegung. Sofort schwenkten wir unsere Blicke dorthin, da stand ein Stück Rehwild, von dem man nur den Rücken sehen konnte. Nach ein paar Minuten zog das Stück weiter, jetzt konnten wir es als Jährlingsbock ansprechen. Ich machte mich fertig und als der Bock auf 60 Schritt breit stand, ließ ich das 3,26 g TM- Geschoss der 5,6x50R Mag fliegen. Der Bock zeichnete mit einer Flucht und war nach ein paar Metern im Birkenanflug verschwunden. Jetzt nach dem Schuss wurde ich richtig vom Jagdfieber gebeutelt. Nach einer halben Stunde baumte ich ab und ging zum Anschuss. Dort fanden wir ein wenig Schweiß. Wir folgten der Schweißspur, nach ein paar Metern waren wir am Ende mit unserem Latein. Wir gingen zurück zum Anschuss um diesen noch mal zu kontrollieren, wir fanden ungefähr einen Meter vorm Anschuss einen trockenen Brombeerast, der abgeschossen war.
Um sicher zu gehen holte mein Onkel seine beiden DD. Er führte seine alte Hündin an der Schweißleine und ich den jungen Rüden mit Abstand hinterher. Mit einmal zog die Hündin an und wurde heftig. Da sahen wir auf 30 Schritt den Bock, er nahm ein flaches Gewässer an. Mein Onkel schnallte sofort den Hund, der anfing zu hetzen. Der Bock wurde flüchtig und bekam den Fangschuss. Die Hündin schwamm zum Bock und fasste den bereits verendeten an der Drossel und zog ihn Richtung Ufer. Als sie nachfassen wollte ging der Bock unter. Da sagte meine Onkel, „ Los Junge, jetzt Du Apport!“. Ich setzte meinen Hut ab und ging ins Wasser. Gerade als mir gesagt wurde es ist nur ne aufgestaute Wiese, trat ich in einen Graben und stand bis zur Brust im Moorwasser. Nur mühsam kam ich aus dem Graben raus. Jetzt wurde ich eingewiesen. Ich fand den Bock in dem kniehohen Gewässer nicht, deshalb kam mein Onkel dazu. Er spürte was am Fuß, fasste nach unten und hatte meinen Bock.
Dann sind wir schnell aus dem Wasser gelaufen und haben den Bock aufgebrochen. Das Geschoss hatte sich in vier Teile geteilt und diese lagen auf Bierdeckelgröße auf dem Blatt, es hatte aber schon viel Energie abgegeben.
Nach einer Dusche haben wir den Bock mit unseren Jagdfreunden auf dem Freisitz totgetrunken, dort bekam er den Namen „Wasserbock“. Alle waren und sind der Meinung, dass man so ein Erlebnis nur einmal im Leben hat.
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KLM

KLM

Alter: 43 Jahre,
aus Lübbecke
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Kommentare

14.07.2008 08:38 platzi
Schönes Erlebnis und auch schön erzählt.
Weidmannsheil nachträglich zum ersten Bock....
Schon diese Tatsache lässt einen das Erlebnis nicht vergessen.....

Gruß

Diether
14.07.2008 09:56 Dorschkoenig
WMH
feine Geschichte
18.07.2008 18:52 Meffi
Ein Erlebniss, das man bestimmt niemals im Leben vergisst, Super!

Waidmannsheil zum Bock!

Gruß Meffi!
29.07.2008 10:44 Kevin_jagd
Waidmannsheil auch von mir zum Wasserbock, schön erzählt, natürlich hoffe ich das Fu weitere Schöne Jagderlebnisse haben wirst, jedoch ist jedoch immer einzigartig.
Liebe Grüße und weiterhin viel Waidmannsheil
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