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Aikon´s Jagderlebnisse

Erlebnisse und Erfahrungen mit der Jagd. (25 Einträge)

Titelbild Frischlingskeiler 38 Kg Revierkarte
1419 mal angesehen
17.03.2008, 14.14 Uhr

Frischlingskeiler 38 Kg

Frischlingskeiler 38 Kg
Nun ist es endlich soweit, ich habe meine erste Sau vom Ansitz aus erlegen können. Wie es dazu kam, erzähle ich in der folgenden Geschichte.

Am Freitag bin ich mit einem guten Freund um 19:30 Uhr auf die Moorwiese gegangen um uns dort auf Sauen anzusitzen. In der Nacht hatten wir nur ein Stück Damwild in Anblick bekommen. Obwohl überall auf der Wiese, die mitten in einem kleinen Wald liegt, gebrochen war, hatten sich die Sauen nicht blicken lassen.

Der Samstag war für mich ein wenig stressig, allerdings mehr im positiven Sinn. Jede menge Gestrüpp und Hecken musste ich auf unserem Grundstück abschneiden und noch zum Osterfeuer fahren. Dann wollte ich noch Feuerholz aus dem Wald holen. Zum Glück konnte ich meine Arbeiten mit dem Trecker und Anhänger von einem Freund zügig erledigen. Um 17:00 Uhr bin ich dann noch schnell an zwei Kirrungen gewesen um mal zu schauen, was dort im Erdboden geschrieben stand. Überall waren die Wildschweine gewesen, nur auf der Moorwiese hatte ich nicht mehr nachgeschaut, da mir die Zeit dahin flog. Nun gut. Mein Nachbar und Jagdfreund (Rolf) rief mich an, er erzählte mir, dass er heute Abend ins Revier fährt und fragte ob ich mitkomme. Natürlich wollte ich raus, ein weitere Jagdfreund hatte mir am Nachmittag ebenfalls mitgeteilt das es heute Abend ins Revier geht. Der Rest unserer Jagdfreunde konnte oder wollte nicht raus. Um 19:30 Uhr ging es los, der Wind kam unverhofft gut, somit konnten wir alle ins Moor. (Auf der Karte habe ich kurz die Positionen eingezeichnet, damit man einen Überblick hat.) Wir fuhren gemeinsam ins Revier und besetzten unsere Hochsitze. Hansi ging oben an die Ecke des Waldes, auf der dortigen Wiese hatten sie immer wieder gebrochen und dahinter stand noch Mais, der nicht geerntet wurde. Ich ging auf die Moorwiese, Rolf pirschte nach unten an den Waldrand wo er die Wiesen im Blick hatte. Hansi war als erstes an der Kanzel angekommen und rief mich gleich an, um mir zu erzählen, dass die Sauen frisch am Hochsitz gebrochen hatten. Nach dem Gespräch machte ich mein Handy erstmal aus und pirschte auf dem nassen Feldweg ins Moor. Auf dem Weg dorthin blieb ich immer mal wieder stehen und hörte in den Wald, es war still. Als ich ca. 30 Meter vor der Einfahrt zur Wiese war, hörte ich eine Ente aufstiegen die schimpfend davon flog. Oh dachte ich, hat die dich schon mitbekommen, nein das konnte nicht möglich sein. Also war da etwas auf der Wiese! Ganz vorsichtig pirschte ich mich zur Einfahrt vor, Wild konnte ich keins sehen. Auf den ersten 10 Metern der Wiese blieb ich stehen und hörte etwas knacken. Nach weiteren 10 Metern wieder ein Knacken das aus dem Wald kam. In der Mitte der Wiese hatten wir Mais gepflanzt, somit konnte ich nicht die ganze Fläche abglasen. Erst als ich auf die Höhe der Kanzel kam war mir der Blick durch die Maisschneise auf die Kirrung möglich. Ich bin also ganz langsam und vorsichtig an der Waldkante entlang geschlichen bis ich durch die Schneise gucken konnte. Da stand etwas auf der Kirrung! Ich sah vier Stücke Wild auf der Kirrung stehen und dachte erst an Damwild. Dann nahm ich mein Fernglas hoch und schaute genauer hin. Das Blut in meinen Adern war jetzt schon mit Adrenalin gefüllt aber als ich durch das Fernglas die Sauen erkannte, ist mir fast der Hut weggeflogen. Da stand ich kleiner Jäger nun am Waldrand und hatte das erste mal Sauen angepirscht und wusste eigentlich gar nicht, was jetzt weiter passieren sollte. Voller Begeisterung schaute ich mir eine viertel Stunde die Sauen an, ohne an das Jagen zu denken. Ich kann gar nicht beschreiben was das für ein Gefühl war, irre. Die Stücke waren alle gleich groß und ich schätzte das die Schwarzen an die 50 Kg wogen, das Schätzen viel mir allerdings, auf der gleichen Höhe mit den Sauen, etwas schwer.
Meine Waffe war zu dem Zeitpunkt unterladen mein Ziel sollte es sein die Waffe zu spannen und lautlos eine Patrone zu laden. Diese ist mir auch gelungen aber an einen Schuss war nicht zu denken. Die vier Sauen waren alle gleich groß und es handelte sich sicherlich um Überläufer, die bei uns Schonzeit haben. Ich schaute sie mir eine halbe Stunde an, dann sogen sie zurück in den Wald. Ich wartete einen kleinen Augenblick und stieg dann auf denn Hochsitz. Nach einem Gespräch mit Rolf erfuhr ich, dass zur gleichen Zeit, bei ihm eine Bache mit neun kleinen Frischlingen vorbei gezogen war und das zwei Überläufer auf seiner Wiese am brechen waren. Wir waren Beide verwundert und begeistert so viele Sauen zu sehen. Monate lang hatte ich keine Sau gesehen und jetzt dieses Erlebnis. Nach dem Gespräch öffnete ich leise die Fenster und genoss den leichten frischen Wind der durch die Kanzel wehte. Der Himmel glänzte in voller Sternenpracht, der halbe Mond leuchtet genau in der richtigen Helligkeit.

Knack, Knack hörte ich es leise aus dem Wald gegenüber schallen. Ich nahm das Fernglas hoch und guckte in die Richtung, nichts. Das war doch was und … ja da kam die nächste Sau aus dem Wald, über die Wiese, an den alten Mais entlang, Richtung Kirrung. Jetzt stand eine einzelne Sau vor mir, die hatte so an die 30 – 35 Kg. Ein einzelnes Stück wollte ich nicht schießen, vielleicht eine Frischlingsbache die schon Kleine hat? Ich überlegte zwar kurz aber entschied die Sau am Leben zu lassen. Kurz darauf stand sie gespannt vor mir und hielt den Wurf in den Wind, grunzte einmal. Ich dachte das sie wohl Wind von mir bekommen hatte aber dem war nicht so. Kaum zu glauben, da kamen noch zwei Sauen aus dem Wald auf die Kirrung zu. Allerdings wurde die „Kleine“ sofort angenommen und im wilden Geschrei gingen die Sauen in den Wald ab. Ich hörte sie wenig später noch mal im Wald rufen, leider kamen sie nicht mehr zurück. Bis um 23:00 Uhr hörte ich nichts mehr und manchmal vielen mir die Augen zu, im kleinen Träumen sah ich immer wieder die vier Sauen an der Kirrung stehen. Es war Zeit abzubaumen den Rolf wollte noch einen auf seinen neuen Trecker ausgeben. Wir drei telefonierten kurz und gingen runter. Ich schloss die Fenster und verließ die Kanzel, auf dem Podest stehend schaute ich noch mal auf die gesamte Wiese, nichts zu sehen. Als ich unten war und mein Blick über die Kirrung streifte konnte ich meinen Augen nicht trauen. Da stand doch etwas, durch das Glas konnte ich eine Wildsau bestätigen. Da bin ich gleich wieder die Leiter hoch und habe versucht, ganz leise, in die Kanzel zu kommen. Ich stand so unter Strom das mir der Gewehrschaft leicht an die Tür stieß. Ich dachte, das war es jetzt, alle Sauen weg. Als ich aber durch die milchigen Fenster sah, konnte ich die Sau immer noch dort stehen sehen. Es nützte nichts, ich musste noch eben denn anderen Bescheid geben, dann erst öffnete ich das Fenster. Mein Blut kochte wieder, diese Spannung war eigentlich nichts für mich. Ich merke wie das Zittern anfing und versuchte ruhig zu bleiben. Mit der Hilfe des Fernglas 9 x 60, welches ich von Opa geliehen hatte, konnte ich nicht nur sehen das eine Sau an der Kirrung stand, sondern ich erkannte noch drei weitere auf der Wiese. Ganz deutlich war eine der Sauen kleiner wie die Anderen. Eine Weile schaute ich mir das Treiben an und entschloss mich dazu, die kleine Braune (die ich auf etwas über 30kg schätzte) zu schießen. Ich nahm den Repetierer .30-06 in die Hand und legte die Waffe auf der Fensterkante auf, meinen Hut legte ich darunter um keine Geräusche zu machen. Ich konnte den Frischling gut in meinen Glas sehen und stellte noch die passende Vergrößerung ein sowie der Leuchtpunkt wurde aktiviert. Ich hatte ein gute Auflage gefunden und wartete bis die Sau breit stand, kurz hinter dem Vorderlauf blieb das Absehen stehen … Krawwwwummm die Norma Vulkan war raus!!! Ich sah nur einen Blitz, dann die auf der Stelle umgefallene Sau. Die anderen konnte ich ins Holz laufen sehen und hören. Meine Sau schlegelte noch ein Augenblick und dann war Ruhe. Jetzt waren meine Nerven endgültig am Ende, ich zitterte wie Espenlaub und konnte kaum den Knopf am Handy drücken, welches klingelte. „Waidmannsheil“ hörte ich es aus dem Lautsprecher klingen. Ich blieb noch so lange sitzen bis meine beiden Jagdfreunde zur Stelle waren und erzählte kurz das Erlebte. Dann gingen wir zum erlegten Frischling. Meine Freunde freuten sich tierisch mit mir und gratulierten zur ersten Sau im heimischen Revier. Nun musste der Frischlingskeiler, mit seinen 38 Kg, noch 300 Meter zum Auto geschleift werden.
Einen weiteren Freund, der begeisterte Saujäger ist, wurde von mir erst mal aus dem Bett geschmissen und zu uns in die Küche geladen. Wie der Abend oder eher die Nacht ausging könnt ihr euch sicherlich vorstellen.
Ich liebe die Jagd!

WH
Aikon
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Aikon

Aikon

Alter: 40 Jahre,
aus Niedersachsen
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Kommentare

17.03.2008 14:34 Thejel
Hallo Aikon,
tolles Jagderlebnis und gut geschrieben.

Waidmannsheil!!!

Gruß
Thejel
17.03.2008 14:45 Henne
Waidmannsheil
Alles richtig gemacht. Nicht gleich die erste totgeschossen, nur weil ma n mal den FInger krumm machen will sondern auf einen wirklich passenden augenblick gewartet (vergleichsmöglichkeit mit anderen sauen)
Weiter so
Dein wievieltes Jagdjahr ist das?
17.03.2008 15:08 Keiler
Hallo Aikon!

Dickes Waidmannsheil auch von mir! Wir werden noch eine Gelegenheit finden das würdig zu begießen!
Ich kann mich nur den Ausführungen von Henne anschließen!
Er hat es auf den Punkt gebracht - so sollte Sauenjagd aussehen wenn sie Freude bereiten soll!

Grüße vom Keiler
17.03.2008 16:30 platzi
Weidmannsheil auch von mir

Diether
17.03.2008 19:38 Ruedemann
Weidmannsheil Aikon! Von so einer Nacht zehrt man ein Leben lang! Gruß R.
17.03.2008 22:28 jaegermeister5
klasse gemacht, da hätter sicher nicht jeder die nerven behalten. Die Sau hast du dir verdient :D
18.03.2008 09:20 Grinch
ich würde sagen dafür daumen hoch!!! klasse erzählt und sehr gute entscheidungen getroffen!! ob ich so cool geblieben wäre bei der chance auf meine erste sau im revier weiss ich nicht!!
18.03.2008 10:03 Meffi
Herzliches Waidmannsheil und die Erzählung ist auch gelungen!

Gruß, Meffi!
18.03.2008 10:36 Waldfee
Danke für den interessanten Bericht!!
18.03.2008 10:37 Katalin
Waldfee schrieb:

Danke für den interessanten Bericht!!


Find ich auch
20.03.2008 11:46 Schweinejaeger
WMH!
Überlegtes handeln zahlt sich halt aus.
20.03.2008 21:28 KLM
Waidmannheil!
Super gemacht und genau so gut geschrieben!
Grüße aus OWL
24.03.2008 18:25 Hochwildjaeger
Ich wünsche Dir WAIHAI schön geschrieben
25.03.2008 12:20 alterDachs
Waidmannsheil!
Ein toll erstellter Bericht, als wäre man dabeigewesen!!
Gut gemacht
Grüße alterDachs
26.03.2008 20:28 Treiber
Waidmannsheil
Klasse Geschichte, hoffe es folgen noch mehr solch guter Geschichten von dir.

Gruß Rouven
08.04.2008 16:01 faehe81
WAIDMANNSHEIL!!!

Es hat Spaß gemacht deine Jagderlebnis-Geschichte zu lesen.
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